09 Wie zeigt sich Trauma in Beziehungen?

Shownotes

„Warum verliere ich in Beziehungen manchmal völlig die Kontrolle obwohl ich eigentlich weiß, dass kein echter Grund zur Angst besteht?“

Diese Frage stellen sich viele Menschen, die immer wieder an die gleichen, schmerzhaften Beziehungsmuster geraten. Gemeinsam mit Traumatherapeutin Julia Wiedemann spreche ich offen und ehrlich über Bindungstrauma, Nervensystem, Trigger und den Weg zur Heilung.

Wir zeigen dir, warum die Vergangenheit manchmal lauter ist als die Gegenwart und wie du heute neue emotionale Sicherheit lernen kannst.

Du erfährst:

  • was Bindungstrauma wirklich ist und wie du es erkennst
  • wie Bindungsstile entstehen und dein Beziehungsverhalten bestimmen
  • woran du merkst, dass dich alte Wunden beeinflussen
  • warum Streit, Drama oder Verlustangst oft mehr mit früher als mit heute zu tun haben
  • was „Nervensystem regulieren“ eigentlich bedeutet und wie du das übst
  • wie Therapie, Partnerschaft und Freundschaften neue Sicherheit schenken können
  • wie die Methode EMDR bei der Heilung helfen kann – mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis

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Blogartikel: Habe ich einen ängstlichen Bindungsstil?

Höre auch diese Folgen zum Thema Bindungsstile: 02 Warum gerate ich immer an die falschen Männer? 03 Wie finde ich einen Partner, der sich binden will?

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Meine Coaching-Tipps richten sich an psychisch gesunde Menschen. Wenn es dir sehr schlecht geht und das schon länger als zwei Wochen anhält, such dir bitte unbedingt professionelle Hilfe.

Hilfe in akuten Krisen:

Dieser Podcast wird produziert von Podcast Sisters: kontakt@nadinemehlis.de

Transkript anzeigen

00:00:03: Trauma, Bindungstypen, Nervensystem Trigger.

00:00:17: All diese Begriffe schwören schon länger durch die sozialen Medien und begegnen uns irgendwie an allen Ecken und Enden.

00:00:24: auch ich habe ja schon zwei Podcast-Folgen zum Thema ängstlich und vermeidende Bindungsziele gemacht.

00:00:30: Das Thema ist sehr aktuell und ich möchte auch ausdrücklich sagen, zum Glück.

00:00:35: Denn je mehr wir als Einzelne oder Gesellschaft über Trauma und die Auswirkungen auf unser Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit wissen, desto besser für uns alle!

00:00:45: Ich möchte dazu meinen Beitrag leisten und diese Folge ganz dem Thema Bindungstrauma in Beziehungen widmen.

00:00:51: Ich mache das aber nicht alleine sondern habe mir Unterstützung eingeladen – meine Kolleginnen und Traumatherapeuten Julia Wiedemann.

00:00:59: Gemeinsam möchten wir dir heute erklären, was Trauma eigentlich ist wie es sich in Beziehungen zeigt und was es braucht um trauma-basierte Beziehungsmuster langfristig zu durchbrechen.

00:01:11: Bevor wir mit dem Gespräch starten hier noch ein kurzer Disclaimer.

00:01:16: Gespräche über Trauma können bei manchen Menschen Emotionen auslösen.

00:01:21: Wenn du dich bei dieser Folge nicht wohlfühlen solltest achte bitte gut auf Dich und höre etwas anderes.

00:01:27: Und für den Fall, dass es dir nicht gut geht findest du wie immer Kontakte zur Hilfsangeboten in den Show-Notes.

00:01:35: Hallo Julia!

00:01:37: Hallo Sarah, danke das ich da sein darf.

00:01:40: Ich freue mich sehr heute hier zu sein.

00:01:42: Ich

00:01:42: freu mich auch.

00:01:43: Liebe Julia stelle dich doch bitte nochmal kurz selber vor.

00:01:46: wer bist Du und in wie weit hast Du in Deiner Praxis mit dem Thema Trauma zu tun?

00:01:52: Ja, sehr gerne.

00:01:53: Ich bin Diplompsychologin und jetzt schon seit über zehn Jahren in dem Beruf tätig – seit ungefähr drei Jahren habe ich eine eigene Praxis, eine psychotherapeutische Praxis und hab mich auf Traumatherapie spezialisiert, arbeite dort mit Methoden aus der systemischen Psychologie und auch der Hypnotherapie und eben auch speziell traumat therapeutisch.

00:02:17: Ja, Julian!

00:02:18: Jetzt wäre es natürlich wichtig zu wissen Was ist denn eigentlich Trauma und über welche Art von Trauma möchten wir denn heute sprechen?

00:02:27: Ja, ein Trauma das erkläre ich meistens so ist am Endeffekt eine seelische Wunde und es ist etwas was passiert wenn wir in Situationen sind die uns eigentlich emotional überfordern.

00:02:40: Und es gibt verschiedene Arten von Traumata.

00:02:42: Es gibt diese einmaligen großen Traumatan wie zum Beispiel einen Unfall Ein sehr belastendes Erlebnis Und dann gibt es aber auch wie du schon angesprochen hast diese Bindungstraumata Das heißt Erfahrungen, die wir im zwischenmenschlichen Bereich machen.

00:02:59: Die uns auf eine gewisse Art und Weise verletzen

00:03:02: bzw.,

00:03:03: die unserem emotionalen Bedürfnis nicht gerecht werden.

00:03:07: Und da entsteht dann eben diese emotionale Wunde, diese seelische Wunde ,die uns manchmal unser ganzes Leben lang begleiten kann.

00:03:15: Man hört ja auch oft jetzt in den sozialen Medien von diesen Bindungsstilen ängstlich vermeidend.

00:03:24: Kannst du das noch mal kurz erklären, was ist das eigentlich und was hat das mit Bindungstrauma zu tun?

00:03:29: Ja.

00:03:30: Das, was wir ganz früh schon im Leben erleben quasi die erste wichtige Bindung, die wir zu unseren Eltern haben – die Erfahrungen, die Wir machen wie unsere Eltern mit uns umgehen, ist etwas, was uns für unser Leben eigentlich prägt.

00:03:43: Ich sage immer, dass es ein bisschen wie der Blueprint Schema-Beziehung, mit dem wir später auch durchs Leben laufen.

00:03:51: Und je nachdem wie diese frühe Bindungserfahrung ist sind wir entweder organisiert und haben einen organisierten Bindungstil.

00:04:01: das wäre quasi der erste.

00:04:02: Das ist so ein bisschen der gesunde sichere Bindungstyp Der sich sicher in Beziehungen fühlt ja aber auch gut umgehen kann wenn es mal einen Kontaktabbruch oder einfach meine Funkstille in einer Beziehung gibt ängstlich vermeintenden Bindungstypen und der zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich eigentlich nie richtig sicher in der Bindung fühlt.

00:04:24: Dass er nicht genau weiß bleibt die Bindung bestehen auch wenn kein Kontakt da ist.

00:04:29: und dann haben wir den ängsterlich ambivalenten Typen Der wie der Name schon sagt sehr ambivalend ist also auch eine Unsicherheit in der bindung in der Beziehung hat Und wir haben den desorganisierten Bindungstypen und das wie der name schon sagt es im endeffekt der Bindungstyp, der eigentlich gar nicht wirklich in Beziehung treten kann.

00:04:50: Ja diese Menschen sind meistens wirklich nach Form beziehungsunfähig weil sie so starke Verletzungen erfahren haben.

00:04:58: Es geht dann schon fast ein bisschen in die pathologische Richtung gibt es auch nicht.

00:05:01: so häufig muss man dazu sagen das Häufigste sind sichere und unsichere Bindung stypen.

00:05:08: ich glaube ich habe irgendwo gelesen es habe Ich auch schon meinen podcast folgen gesagt etwa sechzig Prozent der Gesellschaft sind sind sicher und etwas für sich die unsicheren vermeiden genau.

00:05:18: Ja, das noch mal so als Grundlage, dass man weiß was diese Bindungsdiele sind, die ja durch Bindungstrauma dann entstehen und die dann auch quasi die Probleme hervorrufen, die sich in Beziehungen zeigen.

00:05:32: Man sagt ja Trauma entsteht im Beziehung und zeigt sich in beziehungen.

00:05:39: Woran kann ich denn jetzt selber merken, ob ich vielleicht einen unsicheren oder ängstlichen Bindungstil habe und damit natürlich auch irgendwo ein Bindungstrauma?

00:05:49: Woran kan ich das erkennen.

00:05:51: Ja, das ist eine gute Frage!

00:05:53: Du kannst es daran erkennen, wenn du merkst dass du in Situationen manchmal unangemessen überreagierst.

00:06:00: Also wenn zum Beispiel eine vermeintliche Kleinigkeit passiert und du aber merkst, dass du eine sehr starke emotionale Reaktion hast die rein objektiv vielleicht gar nicht so angemessen ist auf das was jetzt gerade passiert ist.

00:06:15: Und was sind dann so Verhaltensweisen, die jetzt zum Beispiel unsichergebundene Menschen in Beziehungen zu zeigen?

00:06:25: bestimmte Merkmale oder die noch?

00:06:27: Ja, natürlich gibt es die.

00:06:28: Also zum Beispiel starke Verlustangst oder auch das Gefühl ich kann nicht so gut vertrauen.

00:06:36: Auch wenn mein Partner mir eigentlich keinen Anlass gibt ihm zu misstrauen stelle ich vielleicht ständig seine Treue und seine Loyalität infrage.

00:06:44: Zum Beispiel eine Angst vor Konflikten oder dieses Gefühl des Bedürfnis nach übermäßiger Harmonie.

00:06:51: Das was ein bisschen bekannt ist unter People Pleasing Auch das kann ein Hinweis darauf sein, dass vielleicht ein Bindungstrauma bei dir vorliegt.

00:06:58: Und bei manchen Menschen äußert es sich zum Beispiel auch durch einen Gefühl nie genug zu sein.

00:07:03: Bin ich liebenswert genug?

00:07:05: Bin ich gut genug damit der andere mich auch

00:07:07: liebt?".

00:07:08: Ich merke ja bei mir in der Praxis die Leute kommen nicht und sagen, ich habe ein Problem mit meinem Bindungstrauma.

00:07:14: Wie ist das denn bei dir?

00:07:16: Mit was kommen deine Klienten zu dir?

00:07:19: Was sind da so für Probleme?

00:07:22: Tatsächlich kommen die auch nicht zu mir und sagen, ich habe ein Windungstrauma.

00:07:26: Sondern das äußert sich wie du schon gesagt hast oftmals dann durch zwischenmenschliche Erfahrungen, die einfach so im Alltag passieren.

00:07:34: Zum Beispiel eine Klientin hat zu mir gesagt, ich glaube, ich hab'n Problem damit zu vertrauen.

00:07:39: Wenn wir uns dann ein bisschen genauer anschauen was hinter dem Problem liegt wird schnell klar da ist eigentlich vielleicht ein negativer Glaubenssatz drunter wie Ich bin nicht liebenswert!

00:07:51: Und das sind dann oft die Themen, mit denen wir arbeiten und schauen wo kommt es her.

00:07:56: Das sind wir eigentlich auch schon fast bei unserem nächsten Punkt dem eigentlichen Thema Wie wirkt sich denn jetzt ein Bindungstrauma auf Beziehungen aus?

00:08:08: Also ich habe das oft in der Praxis.

00:08:11: da kommen dann Paare Die sagen, wir streiten ganz schrecklich.

00:08:16: Das eskaliert immer ganz furchtbar.

00:08:18: und dann sagen sie ja, wir müssen an unserer Kommunikation arbeiten.

00:08:21: was glaubst du denn?

00:08:22: kann das dann eigentlich mit Trauma zu tun haben?

00:08:25: Ja sehr viel weil es tatsächlich so ist dass sehr enge Beziehungen, also Liebesbeziehung unser Bindungssystem aktivieren.

00:08:33: Und wie ich vorhin schon gesagt habe auch diesen Blueprint von dem was wir ganz früh als Kind schon mitbekommen haben wird wieder reaktiviert.

00:08:41: das heißt alte Verletzungen und Beziehungserfahrungen werden dadurch häufig unbewusst berührt und Menschen reagieren dann nicht nur auf die aktuelle Situation sondern oft auch auf frühere Erfahrungen von Ablehnung verlassen werden oder Unsicherheit.

00:08:57: Also mir kommt es auch oft so vor, dass der Konflikt gerade bei Menschen die Bindungstrauma haben eine ganz große... Bedrohung darstellt, weil das natürlich dieses Sicherheitsgefühl so betrifft oder?

00:09:12: Ganz genau richtig.

00:09:13: Ja, das nennt man dann sozusagen Trigger also etwas was in der Gegenwart uns an eine sehr negative Erfahrung von früher erinnert und damit auch diese emotionale Komponente Und unser Nervensystem quasi aktiviert und erinnert dass wir In dieser Hinsicht schon mal eine sehr starke emotionale negative Erfahrung gemacht

00:09:34: haben.

00:09:35: In meiner Praxis habe ich auch ganz oft das Thema vor allem mit Singles, dass in Beziehungen sich immer wieder Drama zeigt.

00:09:43: Auch wenn man jemand Neues kennenlernt, dass der Anfang der Beziehung sehr viel Stress und Unsicherheit beinhaltet und dass das sehr oft mit Leidenschaften und besonderer Liebe misinterpretiert wird.

00:10:02: Ganz oft steckt dahinter ja auch ein unsicheres Bindungssystem, oder?

00:10:08: Ja das stimmt.

00:10:09: Das ist total richtig!

00:10:10: Denn wir suchen uns oft unterbewusst die Erfahrung mit der wir vertraut sind.

00:10:16: und wenn die Erfahrung eben ist ich bin in einer unsicher vermeinten Beziehung groß geworden dann ist es auch ein Stück weit das was wir uns unterbewusst suchen.

00:10:25: Jetzt würde ich gerne noch mal auf das Thema Nervensystem kommen.

00:10:29: Das ist ja auch gerade überall in Instagram, YouTube.

00:10:34: Bücher gibt's dazu.

00:10:35: Beim Yoga haben wir es auch öfter.

00:10:37: Wir regulieren unser Nervenystem.

00:10:40: Kannst du das vielleicht mal erklären?

00:10:41: Was ist denn eigentlich ein reguliertes und was ist ein dysreguliertes Nerven-System?

00:10:46: Und wie kann man es eigentlich regulieren?

00:10:49: Also unser Nervensystem ist wie so ein Art inneres Alarmsystem, das unserem Überleben dient und ein reguliertes Nerven-System ist im Endeffekt eine Situation in der wir uns wiederfinden.

00:11:00: In der wir das Gefühl haben alles ist gut ich bin ruhig Ich habe alles unter Kontrolle.

00:11:05: Und wenn mein Nerven System dysreguliert ist dann zeigt sich das häufig durch innere Anspannung Angst Panik, vielleicht auch das Gefühl sehr wütend zu sein.

00:11:17: Eben all das was uns so ein bisschen in diesen Kampf- oder Fluchtmodus bringt.

00:11:22: Ein Nervensystem zu regulieren wird ja oft ein bisschen missverstanden.

00:11:26: Das heißt jetzt nicht in erster Linie Atemübungen zu machen oder sich zu beruhigen?

00:11:32: Was ist denn eigentlich damit gemeint das Nervenystem zu regulären?

00:11:38: Ja, das eine sehr gute Frage!

00:11:39: Ein reguliertes Nervensysteme Die Nervensysteme, das gut mit Stress umgehen kann und ich sage immer eine gute Balance halten kann.

00:11:49: Das heißt wenn ein Stress passiert in meinem Leben dann kann ich den wahrnehmen darauf gesund reagieren Und mich auch relativ schnell wieder regulieren also selber beruhigen und im Endeffekt bedeutet Eine Regulation des Nerven Systems Auch die Fähigkeit sich selber zu beruhigend.

00:12:07: dass Kind lernt ja diese Dinge mit seinen Bezugspersonen.

00:12:12: Wenn das Kind gestresst ist, braucht es eine Person, die es ko-reguliert, sagt man ja, ne?

00:12:18: Also das hilft und dem Kind zu sagen beruhigt dich, du bist sicher!

00:12:24: Und damit wird also auch diese Fähigkeit sich selber zu regulieren gelernt.

00:12:29: Wenn wir das jetzt nicht gelernt haben – und das ist ja in den unsicheren Bindungsdielen meistens der Fall – wie kann ich denn jetzt jemandem finden der mir diese Fähigkeit, mich selber zu regulieren vielleicht nachträglich noch beibringt.

00:12:43: Ja dafür ist natürlich die Therapie ein wunderbarer Raum denn hier haben wir ganz viel... Regulationsarbeit allein durch die therapeutische Beziehung.

00:12:53: und im besten Fall ist ein Therapeut oder deine Therapeutin jemand, der dir diesen Raum gibt.

00:12:59: Und der dir dabei hilft selber, die Fähigkeit zu entwickeln, deine Emotionen zu verstehen, zu benennen auszuhalten und zu regulieren.

00:13:10: Auf der anderen Seite ist es aber tatsächlich auch so dass Beziehungen eigentlich ein wunderbarer Raum oder Rahmen sein können um Und wir nennen das korrigierende Erfahrungen zu machen.

00:13:21: Das heißt, wenn ich einen Partner an meiner Seite habe der sehr verlässlich und stabil ist dann kann ich tatsächlich auch ein Stück weit meine alten früheren vielleicht negativen Bindungserfahrung überschreiben und so erleben dass doch eine sichere Beziehung möglich ist und das ist dann im Endeffekt das wie auch Heilung passiert.

00:13:44: Also auch ein möglichst sicher gebundener Partner oder Freundschaften können einem helfen, das Nervensystem langfristig regulieren zu lernen.

00:13:56: Ja

00:13:56: total ganz genau!

00:13:58: Und ich habe mal gelesen, das Wichtigste.

00:14:02: Wenn man anfängt sich damit zu beschäftigen auch mit seinem Binnustrauma ist dass man es benennt richtig und das ist ja auch glaube ich das was man in der Therapie als erstes dann lernt oder?

00:14:11: Dass man die Emotionen überhaupt fühlt und sie ausspricht weil in dem Moment man sagt auch name it to tame it Benennen ist, um es zu zählen.

00:14:20: Richtig?

00:14:21: Das ist so der erste richtige Schritt oder?

00:14:23: Genau!

00:14:24: Ich sage mal Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

00:14:26: in dem Moment wo ich mir von etwas bewusst bin habe ich natürlich eine ganz andere Art damit umzugehen.

00:14:33: und wenn wir über Gefühlsregulation, Nervensystem Regulation reden dann ist das benennen von einem Gefühl der erste Schritt tatsächlich um ein Gefühl auch gut aushalten zu können.

00:14:47: Es ist tatsächlich so, dass wir auch in der Paartherapie das machen.

00:14:50: Also es ist nicht nur eine Einzeltherapien möglich.

00:14:53: Es kommen ja auch oft Paare mit Problemen wo Bindungstrauma dahinter liegt, was den Partnern oft gar nicht bewusst ist aber auch... In der Paartherapie machen wir das, dass man dort sich einen sicheren Raum herstellt und sich als verlässlicher Bindungspartner anbietet den Paaren hilft aus dem Träufelskreis, der diese Dynamik von Bindungstrauma oft hervorruft zu durchbrechigen und eigentlich zu den ursprünglichen Gefühlen und Bedürfnissen zu kommen die oft hinter oder unter diesen oberflächlichen Streitthemen liegen.

00:15:30: Ganz oft ist es eigentlich was dahinter steht.

00:15:33: Ich möchte von dir gesehen werden.

00:15:34: Das ist wahrscheinlich in der Einzeltherapie genauso, gell?

00:15:37: Ja total und das ist ja eigentlich dieser wunderschöne Entwicklungsraum, der sich dann auftut und auch die Möglichkeit für bei dir jetzt in der Paartherapies für beide Paare... Nein wie sagt man für beide

00:15:51: Partner.

00:15:53: Für beide Partner zu lernen, sich weiterzuentwickeln aber auch über den anderen etwas zu lernen.

00:15:58: Ja das gibt dann einen wunderschönen Entwicklungsraum.

00:16:01: Das

00:16:01: hat oft ganz heilsame Wirkung

00:16:03: ja auch für Paare

00:16:05: und für Einzelne wenn man jemanden findet wo man gesehen wird.

00:16:09: Das

00:16:09: ist fast schon magisch,

00:16:11: will ich sagen.

00:16:12: Total!

00:16:12: Da passiert Magie.

00:16:15: Ja und die Forschung hat ja herausgefunden dass ein unsichere Bindungsstil nicht permanent sein muss.

00:16:21: das kann sich auf jeden Fall verändern und verändert sich auch bei einigen oder vielen im Laufe des Lebens.

00:16:27: jetzt haben wir darüber gesprochen, dass Therapie ein guter Weg ist.

00:16:30: aber kann ich mich auch selber was dazu beitragen?

00:16:33: Dass ich immer mehr einen sicheren Bindungstil für mich entwickeln kann.

00:16:38: Ja, ich glaube man kann tatsächlich sehr viel auch für sich selber tun.

00:16:42: und das erste ist dass ich anfange zu mir selber ehrlich zu sein und im besten Fall auch zu meinem Partner ehrlich zu seien und da ein offenes Gespräch über das was emotional gerade in mir passiert suche.

00:16:54: und oftmals ist dieses sich öffnen dem anderen und ihm sagen was in mir vorgeht.

00:17:00: Das öffnet oft ganz viele Türen und bietet tolle Möglichkeiten für ein ehrliches Gespräch.

00:17:07: Und je mehr Verantwortung ich auch für mein Verhalten und meine Emotionen übernehme, desto mehr habe ich natürlich die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln.

00:17:18: Ja, und ich entlasse auch den anderen aus dieser Schuldfrage.

00:17:21: Weil ganz oft hast du so eine Vermeidungsstrategie zu sagen ja der andere ist schuld an den Problemen wenn er sich erinnern würde dann wären die Probleme nicht mehr da.

00:17:30: aber so einfach ist das natürlich nicht.

00:17:33: Und das ist ja auch ein auch ein Symptom von Trauma dass man die Dinge auf andere projiziert.

00:17:41: Dass man das was einen stört oder was im Innern stattfindet dass man sagt, der ist das Schuld oder die.

00:17:50: Was ich auch noch einen wichtigen Punkt finde, ist, dass man immer schaut, was haben die Gefühle, die ich gerade habe und gerade so getriggert sein?

00:18:00: Das löst ja sehr heftige Gefühlen und schlagartig aus!

00:18:04: Dass man versucht da einen kleinen Raum dazwischen zu bekommen zwischen den Reiz- und die Reaktionen, dass ... Man schaut, wovon haben diese Gefühler eigentlich mit der Situation hier und jetzt zu tun?

00:18:15: Ist das jetzt wirklich der Partner?

00:18:17: Ist das was, was gerade passiert ist.

00:18:20: Der Konflikt oder ist es vielleicht ... Was Altes?

00:18:23: Ja!

00:18:24: Passt das Gefühl, was ich gerade habe zu der Situation, ist das angemessen?

00:18:29: Das ist auch immer eine wichtige Überlegung wenn man sie in der Situation hinkriegt.

00:18:35: Bestenfalls.

00:18:36: Oder zumindest mal hinterherzuschauen.

00:18:38: Passt denn das überhaupt zur Situation?

00:18:40: Oder?

00:18:40: Ja,

00:18:41: das sagst du was sehr Wichtiges und ich glaube dass es manchmal auch hilft ein bisschen Abstand zu bekommen.

00:18:48: Wenn ich merke ich bin gerade sehr emotional getriggert dann hilft es meistens nicht sofort zu reagieren sondern sich ein bisschen Sicherheit und Raum zu verschaffen.

00:18:58: Und hinterher dann eben in diese wertvolle Reflektionsarbeit zu gehen

00:19:02: Kann auch bedeuten dass man mal aus dem Streit körperlich rausgeht, oder?

00:19:06: Unbedingt.

00:19:07: Ja!

00:19:08: Weil

00:19:08: das führt ja meistens zu nichts.

00:19:09: Das wird ja alles noch schlimmer.

00:19:11: Also diese Schleifen sind ja meist sehr destruktiv.

00:19:15: Genau.

00:19:16: Also dass man auch merkt wenn man in diesen emotionalen Überflutungszuständen ist die aus diesem Bindungstrahmata kommen, dass man dann einfach merkt man muss jetzt rausgehen

00:19:26: und übrigens kann man das gut trainieren.

00:19:28: Man kann tatsächlich lernen sich selber einzuordnen.

00:19:33: wo bin ich gerade?

00:19:34: wie stark getriggert bin ich, zum Beispiel auf einer Skala von eins bis zehn und ich weiß ab fünf oder sechs kommt nichts konstruktives mehr bei raus.

00:19:43: Und dann ziehe ich mich raus.

00:19:44: Dann verlasse ich kurz den Raum die Situation und versuche erstmal mich selber zu beruhigen um dann wieder Ein bisschen regulierter an das Konfliktgespräch zurückzugehen.

00:19:55: Da gibt es auch ein ganz schönes Instrument, was man nutzen kann.

00:19:58: Das nennt sich Trigger-Mapping.

00:20:00: Das hilft einem die eigenen Trigger zu beobachten und aufzuschreiben.

00:20:04: Wer sich dafür interessiert, das gibt es als Blogartikel auf meiner Webseite www.diebeziehungsschmiedepunkt.de.

00:20:11: Könnt ihr euch dort gerne mal anschauen?

00:20:13: Da gibt's eine genaue Anleitung dazu!

00:20:15: Jetzt haben wir schon eine ganze Menge über Trauma erfahren.

00:20:18: Was noch wichtig ist zu sagen dass Trauma im Gehirn nicht wirklich löschbar ist.

00:20:26: Das wird ja manchmal auch so auf Instagram beschrieben, ja, lösche deine Beziehungsmuster und so weiter in drei Schritten da kräuseln sich mir immer ein bisschen die Nackenhaare weil also wenn man wirklich in die Neurobiologie schaut alle Erfahrungen sind neuronale Verknüpfung im Gehör Und auch ein Trauma ist letztendlich ein Netzwerk im Gehin was nicht wirklich löschbar ist.

00:20:51: Dennoch haben wir ja einen Phänomen, das nennt sich die Neuroplastizität was einem hilft zu verstehen wie Trauma letztendlich dann doch in gewisser Weise geheilt werden kann.

00:21:05: Kannst du das mal ein bisschen erklären Julia, was das bedeutet?

00:21:08: Ja sehr gerne!

00:21:09: Also neuere Plastizität beschreibt eigentlich die Fähigkeit unseres Gehirns permanent dazu zu lernen und im Kontext auf Trauma bedeutet dass ich tatsächlich lernen kann, traumatische Erfahrungen neu zu verarbeiten.

00:21:23: Hierfür gibt es tatsächlich verschiedene Methoden, die wir im therapeutischen Kontext anwenden um eben genau diese neue Verarbeitung für Gehen möglich zu machen.

00:21:32: Also es geht bei Trauma nicht darum, was zu löschen sondern es geht eher darum neue Netzwerke die mit guten Erfahrungen verknüpft sind, daneben zu installieren sozusagen oder?

00:21:47: Genau richtig.

00:21:48: Im Endeffekt knüpft es auch ein bisschen an der Fähigkeit der Nervensystem-Regulation an denn während einer traumatischen Erfahrung habe ich nicht die Fähigkeiten mich selber zu regulieren und entwickelt dadurch oft ... Ich nenne das immer Überlebenstrategien ja... Die für eine Zeit lang sehr gut und wichtig sind aber irgendwann sich dann eben auch in dysfunktionalen Beziehungsmustern zeigen können.

00:22:11: Und wenn ich lerne, dass ich heute hier und jetzt eine Fähigkeit entwickelt habe mit der ich eine früher sehr überwältigende Emotion, nämlich die der Verlustangst oder die das Gefühl sich bin nicht gut genug.

00:22:25: Wenn ich lernte mich darin gut zu halten und gut selber zu beruhigen dann kann ich die ein bisschen ja überschreiben.

00:22:34: es ist nicht so, dass es gelöscht ist aber das dramatische Erlebnis im Endeffekt neu verarbeitet.

00:22:41: Ja, also dass der Reizfeuer dann nicht mehr automatisch auf der Traumabahn oder?

00:22:47: Ganz genau, während eines Traumers ist im Endeffekt auch diese Reizreaktionsverarbeitungskette in unserem Gehirn gestört.

00:22:55: Das kann man tatsächlich auch neurobiologisch nachweisen – das ist abgekappt sozusagen!

00:23:00: Ich sage immer ein bisschen der Kopf ist getrennt von dem Rest des Körpers.

00:23:04: Der Körper erlebt die traumatische Erfahrung und der Kopf kriegt es nicht verarbeitet.

00:23:09: Und was wir in der Traumotherapie machen is', wir setzen das zusammen aber auf eine Art und Weise wie's eben heilsam wirkt.

00:23:18: Man spricht ja dann auch von Integration, also das Trauma ist nicht gelöscht sondern integriert.

00:23:24: was heißt denn das?

00:23:25: Ganz genau ich stelle mir das immer gerne so vor dass in unserem Gehirn wie ein dreistöckiges Haus besteht.

00:23:33: Und im Endeffekt ist es so, dass im Erdgeschoss alles passiert, was ich im Leben so erlebe – all die Erfahrungen, die ich mache -, dann gibt's im zweiten Stock oder in dem Fall in dem Stock drüber.

00:23:45: Gibt das einen Arbeitszimmer, indem verarbeitet ist und dann gibt es oben drüber noch ein Speicher.

00:23:50: Dort ordne ich alles, was sich erlebt habe, in Kategorien ein, in Ordnern, die in Schränken stehen Und wir gehen davon aus, dass alles was wir erleben in solchen Erinnerungsnetzwerken gespeichert ist.

00:24:03: Weil unser Gehen sehr effektiv arbeitet und das kann ich ganz einfach aktivieren indem ich dir einen Stichwort gebe zum Beispiel indem ich so sage und du wirst dich wahrscheinlich sofort an Bilder erinnerungen vielleicht wann du es letztes Mal im Zoo warst erinnern ja?

00:24:18: Bei einem Trauma oder einer traumatischen Erfahrung ist quasi die Verbindung zwischen meinem Arbeitszimmer und dem Speicher gestört.

00:24:25: Das ist ein bisschen wie eine Sturmflut, die in dem Moment diese Treppe da hoch abgeschnitten hat.

00:24:34: Unverarbeitete Trauma in meinem Arbeitszimmer rum und ich krieg es nirgendwo eingeordnet.

00:24:40: Und was wir in einer erfolgreichen Traumotherapie machen, ist.

00:24:43: Wir geben tatsächlich diese Erfahrung einen Ordner und ordnen das ein.

00:24:48: Ich weiß ja dass es passiert.

00:24:49: in meinem Leben Das war nicht eine der schönsten Erfahrungen aber ich weiß sie ist da hinten irgendwo im Speicher am Schrank und...das is ok so.

00:24:59: Ja, das ist ein sehr schönes Bild.

00:25:02: Das bedeutet, dass Trauma es integriert.

00:25:04: Es ist noch da aber es ist quasi gut abgelegt.

00:25:07: Ganz genau!

00:25:09: Es schwört nicht einfach so herum... Genau dafür für diese Integration des Traumers gibt es ja eine ganz tolle Methode die wir beide auch gelernt haben, das EMDR.

00:25:22: Kannst du das mal erklären was das ist?

00:25:24: Wofür steht EMDR und...?

00:25:27: Ja, sehr gerne.

00:25:28: EMDR ist eine Abkürzung und steht für eye movement desensitization and reprocessing.

00:25:34: Das klingt jetzt erstmal furchtbar kompliziert bedeutet aber auf Deutsch übersetzt Augenbewegung Desensibilisierung und Neuverarbeitung Und das fasst es ganz gut zusammen worum es bei dieser Methode geht.

00:25:46: Wir arbeiten bei dieser Methode oft mit bilateraler Stimulation.

00:25:50: Das bedeutet wechselseitige Aktivierung, die wir entweder durch Augenbewegung – also Rechts-Links-Augenbewegungen auslösen oder auch durch taktile Stimulatoren, die in den Händen halten.

00:26:02: Wir können auch mit rechts- links Tönen auf unseren Ohren arbeiten und durch diese bilaterale Stimilation werden mehrere Dinge in unserem Gehirn und in unserem Nervensystem angeregt.

00:26:14: Und das eine ist, es wird der Parasympathikus aktiviert – also der Teil unseres Nerven-Systems, der für Entspannung und das Sicherheitsgefühl zuständig wird ein bisschen dieser Neuverarbeitungsprozess in unserem Gehirn aktiviert, der ähnlich auch in der Rämschlafphase tätig ist.

00:26:34: Also in der Phase unsere Schlafs, in der wir viel träumen und in der sich tatsächlich auch unsere Augen von alleine, von rechts nach links bewegen – das kennen vielleicht einige.

00:26:44: diese Rämmschlafphase!

00:26:46: Dadurch geben wir unseren Gehirnen und unserem ganzen Körper die Möglichkeit etwas Traumatisches neu zu verarbeiten auf eine Art und Weise, dass wir wissen, wir sind jetzt in Sicherheit.

00:26:57: Und es überflutet mich nicht mehr!

00:26:59: Ich werde nicht mehr so stark getriggert

00:27:01: dadurch.".

00:27:02: Ja, EMDR ist wirklich eine ganz beeindruckende Methode mit der man auch wirklich in kürzester Zeit sehr gute Erfolge erzielen kann – das ist ja auch medizinisch-wissenschaftlich anerkannt.

00:27:14: Kann man das denn auch bei Bindungstraume einsetzen?

00:27:18: Ja,

00:27:18: das kann man sogar gut einsetzen da wir oft mit drunter liegenden negativen Glaubenssätzen arbeiten und uns eben anschauen, wo kommt denn dieses Bindungsverhalten her?

00:27:30: Und oftmals hat es tatsächlich mit früh traumatischen Erfahrungen zu tun.

00:27:34: Diese kann man wunderbar mit EMDR bearbeiten!

00:27:38: Hast du da vielleicht ein Beispiel aus deiner Praxis, wo du mal mit einem Bindungstrauma gearbeitet

00:27:43: hast?

00:27:43: Ja ich erinnere mich zum Beispiel an eine Patientin die immer sehr stark getriggert wurde wenn ihr Freund sich über mehrere Stunden nicht zurückgemeldet hat.

00:27:54: Sie hat gemerkt dass sie darauf unverhältnismäßig emotional reagiert.

00:27:58: Im therapeutischen Verlauf wurde dann deutlich das dass wahrscheinlich aus der Erfahrung kommt, die sie gemacht hat in der Kindheit.

00:28:06: Da war sie nämlich sehr oft alleine und wusste nicht wo ihre Eltern sind.

00:28:11: Sie hat sich dann konkret an eine Situation erinnert, an der sie eines Tages aus der Schule kam und normalerweise bei ihrer Mama immer da.

00:28:17: aber in dem Tag war sie eben nicht da und sie wussten nicht wo sie ist.

00:28:21: es gab keine Nachricht für sie und sie hat sich furchtbar schrecklich einsam und verlassen gefühlt.

00:28:26: Und mit dieser Erinnerung haben wir dann die EMDR-Stimulation gestartet diese Erfahrung bearbeitet und hinterher war es tatsächlich so, dass die Patientin dann sagen konnte oder erkennen konnte.

00:28:41: Ich bin heute nicht mehr das kleine einsame verlassene Mädchen auf ihrer Mama angewiesen ist sondern ich habe heute Kompetenzen!

00:28:51: Wenn ich mich einsam fühle... mir andere Menschen suchen.

00:28:55: Ich kann jemanden anrufen, ich kann mich ablenken und mich selber

00:28:59: regulieren.".

00:29:00: Und dieses Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten konnte sie wunderbar damit zurückgewinnen?

00:29:07: Ja aber eben die R ist das ja auch so dass das dann Klienten oft beschreiben wenn das erfolgreich verlaufen ist, dass man die Gefühle, die mit dieser ursprünglich belastenden Situation verknüpft waren.

00:29:21: Dass man sie plötzlich gar nicht mehr aufrufen kann.

00:29:25: Das es wie

00:29:26: entkoppelt.

00:29:27: Ja

00:29:28: ganz genau und das ist auch das Interessante weil ich frage die Klienten immer vor jeder EMDR-Sitzung auf einer Skala von eins bis zehn.

00:29:35: Wie belastend ist die emotionale Erinnerung?

00:29:38: Wie hoch ist die emotionale Ladung?

00:29:41: Und da befinden wir uns meistens in einem Bereich zwischen sieben und zehn, weil es natürlich eine sehr belastende emotionale Erinnerung ist.

00:29:48: Und hinterher sind die Klienten meistens zwischen null und drei.

00:29:53: Manchmal passiert das sogar dass die Leute zu mir sagen ich weiß gar nicht!

00:29:57: Ich kann's gar nicht mehr so abrufen.

00:29:58: Es wirkt so als wäre das jetzt total weit weg.

00:30:02: Das zeigt... dass es funktioniert hat.

00:30:05: Ja, das ist wirklich immer wieder total faszinierend zu sehen.

00:30:09: man muss dazusagen das fordert schon eine gewisse Vorbereitung.

00:30:12: Das ist jetzt nicht in einer Sitzung so getan.

00:30:15: aber ja Es ist doch eine sehr bemerkenswerte Methode.

00:30:21: Und es ist ja auch ein Merkmal, woran man erkennen kann das Trauma integriert ist dass man in der Lage ist über diese Erlebnisse zu sprechen und sie auch wie man sagt glaube ich koerrent wiederzugeben ohne dass man von den Gefühlen wieder übermandt wird.

00:30:38: Dass man das mit einem gewissen Abstand Wie eine normale reguläre Erinnerung er auch erzählen kann, oder?

00:30:44: Das ist doch ein Merkmal.

00:30:45: Ganz

00:30:45: genau ja in dem Moment wo ich das Gefühl habe oder merke Ich kann darüber gefasst und ruhig sprechen Vielleicht sogar.

00:30:55: das bedeutet gar nicht dass sich keine emotionale Regung verspüre.

00:30:59: aber diese emotionale regung Ist für mich so gut aushaltbar Dass es okay ist wie gesagt einfach Ein Ordner in meinem imaginären Akten-Schrank, den ich rausholen kann und mir angucken kann wenn ich möchte.

00:31:13: Aber ich muss es nicht!

00:31:14: Ich kann ihn auch im Regal stehen lassen.

00:31:16: Ja, ich finde das Bild mit dem Haus ganz toll.

00:31:21: Und es ist auch natürlich die Einladung an uns alle, weil wir sind alle mehr oder weniger mit Erfahrungen belastet.

00:31:30: Es gibt Leute, die keinen Traum haben wahrscheinlich.

00:31:34: Haben wir alle ein bisschen Trauma abbekommen?

00:31:37: Das ist eine wichtige Einladnung für jeden von uns mit dem Keller ... Aufzuräumen oder im Keller mal aufzuräumt, mal zu schauen was ist denn da?

00:31:47: alles und mal anzufangen hinzuschauen.

00:31:52: Die eigenen Erlebnisse Erfahrungen anzuschauten Und auch wenn möglich zu integrieren Auch im Sinne nicht nur im Sinne von uns selber sondern auch im Sinne Von allen unseren Mitmenschen weil wir haben ja gelernt Wenn wir selber mit uns im reinen sind können wir sichere Bezugspersonen sein und sind natürlich dann auch für alle unsere Mitmenschen, sei es unsere Freunde, unsere Partner aber auch für unsere Kinder ein sehr wichtiger.

00:32:22: Bezugspartner, der auch dann anderen eine sichere Bindungserfahrung ermöglicht.

00:32:27: Ja total!

00:32:28: Ich bin total feste Überzeugungen dass die Welt ein besserer Ort wäre wenn die Menschen sich mit ihren Traumataus auseinandersetzen würden und diese aufarbeiten würden weil sich eben ganz viel in Beziehung zeigt.

00:32:41: das ist so der Spiegel oder Reflektionsraum indem wir damit konfrontiert werden was eigentlich bei uns Wunden hinterlassen hat.

00:32:51: Und wenn wir anfangen, uns demutig und ehrlich zu stellen und auch anfangend Verantwortung für die Heilung dieser Wunden zu übernehmen, dann wird die Welt ein besserer Ort!

00:33:02: Ja man spricht ja auch von transgenerationalem Trauma, dass also bestimmte traumatische Erfahrungen einfach weitergegeben werden.

00:33:10: nicht nur über Verhaltensweisen aber auch über die Gene hat man herausgefunden Und dass es deshalb auch so wichtig ist, dass wir uns anders als unsere Vorfahren, die natürlich noch nicht die Möglichkeiten hatten mit Selbsterfahrung, Therapie sich dem zuzuwenden und das alles verdrängen mussten.

00:33:28: Dass wir die Möglichkeit haben mit unserem Keller aufzuräumen um für uns und alle anderen ein schöneres Miteinander zu erleben.

00:33:38: Ja, das hast du schön gesagt!

00:33:41: Also dann schon mal ganz, ganz lieben Dank, Julia, dass du hier deine ganze Expertise mit uns geteilt hast und für alle die sich für eine Traumotherapie interessieren oder für eine EMDR-Therapie interessiert.

00:33:56: Julia hat seine Praxis in einem Vorort von München aber arbeitet auch online und bietet auch Hypnose an.

00:34:02: Also für alle, die Interesse haben oder auch noch Fragen haben zum Thema Trauma, zum Thema EMDR.

00:34:09: Richtet euch wirklich gerne an Julia!

00:34:11: Ihre Kontaktdaten und ihre Webseite verlinken wir in den Schonutz.

00:34:16: Dann sagen wir gemeinsam vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

00:34:20: Vielen dank liebe Sarah, dass ich hier sein durfte.

00:34:22: Das waren mir eine Freude und bis zum nächsten Mal!

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