08 Polyamore Beziehung - Wie ist es, zwei Männer zu lieben? Mit Anika Mehlis

Shownotes

“Wie und wie viele darf ich lieben? Und könnte es in der Liebe wirklich mehr für alle geben, wenn wir uns nur trauen, anders zu denken?”

Heute ist Anika Mehlis zu Gast. Sie ist systemische Therapeutin und in ihrer Arbeit spezialisiert auf Nicht-monogame Beziehungen. Sie selbst lebt seit Jahren polyamor mit ihrem Ehemann und ihrem Partner mit insgesamt sechs Töchtern.

Dich erwartet ein offenes Gespräch über die Realität von Beziehungen mit mehreren Partnern. Anika erzählt über ihre Herausforderungen, Eifersucht, Kommunikation – und was passiert, wenn wir uns von klassischen Beziehungsvorstellungen lösen.

Wir fragen: Wird das Herz wirklich größer, wenn wir mehrere Menschen lieben? Und was braucht es, wenn sich mehrere Menschen einen Beziehungspartner teilen?

Du erfährst:

  • Was Polyamorie ist - und was nicht
  • Wie Anika ihr Leben mit zwei Männern gestaltet
  • Warum Polyamorie nicht vor Eifersucht schützt und wie Anika damit umgeht
  • Warum Kommunikation und das offene Gespräch über Bedürfnisse so wichtig sind
  • Was „Compersion" ist und wie es den Blick auf den Partner verändern kann
  • Warum es das “typische” polyamore Paar gar nicht gibt und Anikas Leben einfach ganz normal unnormal ist

Hier gehts zur Videofolge auf YouTube: https://youtu.be/1fZ5Ql0gaZQ

Deine Frage für den Podcast:

Schreib mir auf Instagram @‌sprechstundeliebe oder per Mail an podcast@diebeziehungsschmiede.de

Verbinde dich mit mir:

Website: Paartherapie München & Beziehungscoaching | Sarah Beyer

Blog: Beziehungsblog | Die Beziehungsschmiede

Instagram: Podcast für deine Fragen zu Liebe und Beziehung von Sarah Beyer (@sprechstundeliebe) • Instagram profile

E-Mail: podcast@diebeziehungsschmiede.de

Zusätzliche Links: Website von Anika: https://anika-mehlis-beratung.com/ Anikas Podcast: "Ganz normal unnormal: verkopft aber herzlich”

Dieser Podcast wird produziert von Podcast Sisters: kontakt@nadinemehlis.de

Transkript anzeigen

00:00:03: Wir begegnen in der Partherapie natürlich oft Paare, die mit ihrer Beziehung unglücklich und unzufrieden sind.

00:00:20: Deshalb geht man ja meistens in die Partherapi.

00:00:23: Ich höre dann Dinge wie zum Beispiel irgendwie fehlt mir etwas oder das kann doch noch nicht alles gewesen sein.

00:00:33: Ich würde gerne noch etwas anderes erleben, aber mit meinem Partner oder meiner Partnerin geht das nicht.

00:00:39: Manche trennen sich dann in der Hoffnung, dass ein neuer Partner kommt, der all das fehlende erfüllt – plus natürlich am besten all die guten Aspekte, die die alte Partnerschaft schon

00:00:49: hatte.".

00:00:50: Die sehr bekannte US-Praterapeuten Esther Perel behauptet, die moderne Zweierbeziehung sei überlastet.

00:00:57: Sie sagt, wir erwarten heute von einer Person das was früher ein ganzes Dorf bereitgestellt hat.

00:01:03: Viele Menschen suchen heute in der Partnerschaft Geborgenheit und Abenteuer, Sicherheit und Leidenschaft, Vertrautheit und Geheimnis – und das alles in einer Person.

00:01:15: Paare finden unterschiedliche Lösungen für diese Überlastung.

00:01:19: Manche trennen sich.

00:01:21: Manchmal hat eine Affäre, manche fahren ihre Erwartungen mit der Zeit herunter.

00:01:27: Nicht monogame Beziehungsform mit mehreren Partnern.

00:01:31: Eine davon ist die Polyarmorie.

00:01:34: Polyarmory bedeutet, in einer Beziehung mit mehrern Partner zu leben und nicht nur mit einem Partner – das ist die Monogami.

00:01:43: Polyamory ist auch etwas anderes als polygamy.

00:01:46: Das ist nämlich die Vielidien manchen Kulturkreisen noch üblich und erlaubt ist.

00:01:51: In Deutschland aber nicht!

00:01:52: Ein polyamores Beziehungensystem nennt man ein Polykühl Und wie dies ausschaut, da gibt es wirklich alles an möglichen Konstellation.

00:02:02: Polyamory ist in unserer Gesellschaft eher unsichtbar.

00:02:06: Mir persönlich sind keine berühmten Personen bekannt die diese Beziehungsform in der Öffentlichkeit jemals vorgelebt hätten.

00:02:13: Der Einzige den mir einfällt ist dieser Alltippi Rainer Langhans aus der Kommune I oder vermeintlicher Sex-Gurus, die ein Artharims leben.

00:02:22: Aber sowas wird öffentlich ja eher belächelt.

00:02:25: Deshalb war ich total happy, als ich auf einer Fortbildung eine Frau ganz normal wie ich selbst getroffen habe die offen in einer Polyamoren Beziehung lebt.

00:02:33: Ihr Name ist Anika.

00:02:35: Anika ist forty-fünf Jahre alt und lebt offen Polyamor mit ihrem Ehemann und ihrem Partner – mit insgesamt sechs Töchtern.

00:02:44: Sie isst wie ich systemische Therapeuten und hat eine eigene Praxis mit Schwerpunkt auf Neurodivergenz, Hochbegabungen Und nicht in monogame Beziehungen in Plauen.

00:02:56: Wie das ist, mit zwei Männern zu leben und sie beide zu lieben?

00:03:01: Das frage ich jetzt Annika.

00:03:04: Diese Folge ist auch als Videopodcast auf YouTube zu sehen.

00:03:08: Den Link dazu findest du in den Schornots.

00:03:11: Anika Du hast ja viele viele Jahre lang In der ganz normalen Monogramm ihr gelebt.

00:03:17: Ihr habt drei gemeinsame Kinder Und irgendwann bist du auf die Idee gekommen oder ihr, das ist jetzt die Frage eine andere Beziehungsform auszuprobieren.

00:03:29: Kannst du mir mal erzählen wie das zustande gekommen ist?

00:03:33: Was hat euch bewegt?

00:03:34: Was war da

00:03:35: los?".

00:03:36: Ich finde es oft ein bisschen schwierig aus dem Grund dass natürlich rückblickend alles so linear und logisch erscheint und irgendwie so einem klaren Narrativ folgt überhaupt nicht angefühlt.

00:03:52: Also es war ein sehr häufiger, langer Weg der Umgestaltung und der Beziehungsöffnung bei uns.

00:03:58: Ich

00:03:58: habe eigentlich schon immer so Wellen für mich gelebt.

00:04:03: also ich hab dann immer Phasen gehabt in denen war ich eher so suchend im Außen irgendwie offen für Neues Und dann hatte ich Phasene da war ich überlastet vielleicht auch oder auch gesättigt ja ausgefüllt und war froh, dass man Stabilität und Ruhe herrscht.

00:04:21: Und ich habe diese Suchphasen lange Zeit gefüllt mit noch einem Studium, noch nem Kind oder nem Hobby.

00:04:31: So!

00:04:32: Ich glaube das geht vielen oder den meisten Menschen mehr oder weniger auch so in ihrem Leben.

00:04:37: Und ich hatte dann wieder so eine Phase, wo ich gemerkt hab irgendwie ... Weiß nicht.

00:04:42: Ob's ne Midlife-Crisis war ein bisschen zeitiger als bei anderen oder wie man es jetzt bezeichnen sollte?

00:04:47: Aber ich habe gemerkt, mir fehlt was, was sich nicht selber füllen kann und was ich so im Außensuche.

00:04:54: Ich hab wirklich ganz kleinschrittig mit meinem Mann im Gespräch dann irgendwann gemerkt das könnte auch in Blick auf Beziehungen und andere Menschen sein.

00:05:06: Ja!

00:05:06: Und das ging bei uns ganz behutsam los, so mit Mensch.

00:05:10: wie werde es denn mit anderen mal irgendwie zu schreiben?

00:05:13: Wenn mich da jemand anschreibt wäre das okay wenn ich da mal antworte oder so.

00:05:17: Ich muss sagen, bei uns war es sehr schön, dass wir immer sehr ehrlich und offen über alles gesprochen haben.

00:05:21: Und da gemeinsam gewachsen sind.

00:05:23: Ja, irgendwann führte das dann eins zum anderen, ob das auch okay wär mal jemand auf einen Kaffee zu treffen?

00:05:28: Was wäre wenn mehr passiert oder was wäre noch ok?

00:05:31: Wie weit darf das gehen?

00:05:32: um das abzukürzen?

00:05:33: Irgendwann sind wir so weit gewesen, dass das eine offene Beziehung war wo beide andere Menschen Daten kennenlernen, treffen durften und wo wir unsere Exklusivität aufgegeben haben.

00:05:47: Und das hat dann irgendwann dazu geführt, dass in der Konstellation leben, in der es jetzt ist, ich nämlich seit fünf Jahren noch einen zweiten Partner habe mit dem ich festgeliebt bin und meine Beziehungen sozusagen beide geschlossen sind.

00:06:01: also ich date keine anderen Menschen und aufseiten meines Mannes allerdings aktuell immer noch offen.

00:06:07: Also er datet genau.

00:06:09: so ist jetzt gerade der Stand.

00:06:12: Okay, das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen.

00:06:15: Wie denn euer System so ausschaut?

00:06:17: Du bist verheiratet mit deinem Mann nach wie vor.

00:06:22: Dein Partner hat der noch eine andere Beziehung oder ...

00:06:27: Nein, also er hat eine Ex-Frau einer Ex-Partnerin und aktuell ist die Beziehungen geschlossen dass keiner von uns jetzt weitere Menschen noch dated.

00:06:37: Also er lebt quasi monogam in der Holy Amor in Beziehung mit dir.

00:06:43: Genau, und ich finde das zeigt schon die Schwierigkeit es irgendwie zu benennen oder irgendwie so zu sortieren dass ist eben wenn man einmal anfängt so das ganz vorgefertigte Monogramm zu verlassen dass es dann Vokabeln braucht Und auch irgendwie eine neue Art Beziehungen zu definieren und darüber zu sprechen.

00:07:04: Das find' ich grad ganz spannend dass dir das dann gleich so geht gerade

00:07:08: Mhm.

00:07:09: Ja, ich glaub man versucht dann immer das so direkt einzukategorisieren oder sowas.

00:07:15: Um das zu verstehen.

00:07:16: wie ist das denn jetzt aufgebaut?

00:07:19: Okay und dein Ehemann isst auf der Suche auch nach einer anderen Partnerschaft.

00:07:26: gerade

00:07:27: Ich würde sagen dass er sich da nicht für ihn sprechen kann, Marc möchte Und dass es eben seine Seite ist was er da tut und sucht und das für mich relevant ist wie das auf unsere Beziehung Einfluss hat, und er trifft andere Menschen aktuell.

00:07:42: Das ist der Jetztstand!

00:07:43: Und ich finde auch, dass es gerade noch so ein Punkt ist, dass eine wichtige Baustein oder eine wichtige Basis meiner Beziehungen sind, sich zu verändern dürfen.

00:07:56: Dass Menschen und ihre Bedürfnisse sich verändern und wir darüber sprechen und da auch mal ehrlich mit umgehen und dann immer schauen was bedeutet das und wie kann das aussehen?

00:08:06: Weil ich ganz oft erlebe, auch in meiner Praxis bei Klientinnen Sie zu mir kommen.

00:08:12: Dass ganz viel Leid dadurch verursacht wird, dass sich Menschen ändern und Bedürfnisse ändern.

00:08:17: Aber an einem Statusquo festgehalten wird wie es irgendwann mal war oder sein könnte wenn nur was auch immer.

00:08:25: Und dass das eben in der Realität aber ja weniger so ist ne?

00:08:29: Genau, also dass mit diesen Verändern dürfen und wir reden darüber wie es jetzt ist.

00:08:33: Und das war vor fünf Jahren anders und es kann vielleicht auch in fünf Jahren anderes sein.

00:08:37: Das schafft natürlich ein bisschen Unsicherheit.

00:08:40: Man hat nicht so dieses bis ans Lebensende nur wir zwei versprechen.

00:08:44: Aber wenn man realistisch sind ist das ja auch nur eine ausgedachte Sicherheit die ja keiner hat.

00:08:48: Es kann ja auch immer mal nicht funktionieren

00:08:51: Wenn wir jetzt schon mal bei diesen Kategorien sind.

00:08:53: In der offenen Beziehung habe ich gelernt, ist das hilfreich wenn man sagt es gibt eine Kernbeziehung und alles andere sind Nebenbeziehungen.

00:09:05: Da ist eine gewisse Hierarchie drin damit das funktioniert.

00:09:08: so habe ich das verstanden.

00:09:09: Ist das in der Polyamorie anders?

00:09:12: Würdest du sagen Du hast zwei gleichwertige Hauptbeziehungs-Hauptpartnerschaften?

00:09:19: Also ich hab das Gefühl, dass in der Frage irgendwie schon so zwei oder drei verschiedene Dinge drinstecken.

00:09:25: Ich versuch mal die Tabs dreieinach abzuarbeiten.

00:09:29: Also zum einen ganz konkret für mich die Frage wie es bei mir ist?

00:09:34: Ich würde sagen, ich habe zwei relativ gleichwertige Beziehungen.

00:09:39: also ich würde nicht sagen, das eine ist mein Hauptpartner und das andere ein Nebenpartner.

00:09:43: dennoch sind die Beziehung sehr unterschiedlich weil wie es sehr unterschiedlich lang zusammen sind.

00:09:49: Eine Beziehung nach drei oder fünf Jahren ist natürlich eine völlig andere als nach zwanzig, fünfundzwanzig Jahren.

00:09:54: Weil wir unterschiedliche Lebensmittelpunkte haben, weil Kinder involviert sind die unterschiedlichen Bedürfnisse haben und weil wir auch ganz unterschiedliche Menschentypen sind und Beziehungs- und Bindungstypen und dadurch auch die einzelnen Beziehungen ganz anders sind und teilweise andere Dinge umfassen und beinhalten oder ausschließen und auch die Zeit, die wir miteinander verbringen Dinge, die wir miteinander teilen.

00:10:17: Wie viel Alltag und Freizeit unterschiedlich sind?

00:10:21: Also das ist die Antwort auf wie ist es bei mir ganz konkret.

00:10:24: Dahinter steckt ja auch so ein bisschen die Frage nach liebst du einen mehr oder weniger?

00:10:28: oder wie funktioniert das?

00:10:30: Auch da ist meine allgemeinere Antwort, dass die Liebe, die ich mit jedem Menschen teile und die Beziehung mit allem was sie beinhaltet für jeden Menschen unterschiedlich isst.

00:10:43: Die Liebe zu meinen Eltern, zu meinen Kindern.

00:10:46: Zu meinen Freundinnen und Partnern ist für jeden einzelnen Menschen ganz individuell.

00:10:52: Und jede Beziehung ist ganz individuel.

00:10:55: Für mich ist da kein so großer Unterschied in Hierarchie oder so.

00:11:00: Es gibt Unterschiede in Zeit und solchen Dingen aber nicht das eines mehr wert- oder wichtigerer.

00:11:08: Dann ist es ein weiterer Tab aus der Frage... Unfassbar viele verschiedene Modelle wie Menschenbeziehungen leben können, wenn sie sich verständigen nicht klassisch monogramm zu leben.

00:11:21: Ich mache manchmal den Spaß auch wir haben ein Stammtisch für offene Beziehungsgestaltung und da kommen ja oft dieselben Menschen wieder und neue dazu und wenn da zehn oder zwanzig Menschen sitzen dann hast du zehn oder zwei verschiedene Formen von Beziehung.

00:11:35: ich bin sehr dafür also auch aus der systemischen Haltung da ganz individuell draufzuschauen Weil auch wenn du zehn monogame Ehepaare vor dir sitzen hast, wirst du, wenn du differenzierter schaust und sie fragst, lebt ihr zusammen.

00:11:50: Schlaft ihr im selben Bett?

00:11:52: Teilt ihr körperliche Intimität?

00:11:54: Seid ihr exklusiv?

00:11:55: Was bedeutet das für euch?

00:11:57: Bedeutet das?

00:11:58: ich darf nicht mal bei Sex mit mir selbst an jemand anderes denken.

00:12:01: oder bedeutet das was beim Fasching passiert zählt nicht?

00:12:04: ne also da gibt es ja auch eine riesige Bandbreite und Menschen werden sehr überrascht zu erfahren was andere unter dem Label Monogramm, alles so verstehen.

00:12:13: Das möchte ich damit noch mal rausstellen, dass ganz viel möglich ist und ob und wie das funktioniert liegt an den einzelnen beteiligten Personen.

00:12:21: Und es kann sein, dass es Menschen gibt die es hilfreich empfinden eine Beziehung zu priorisieren und zu sagen, das geht über alles und ehe ich die Gefährder würde ich alles andere dann weglassen.

00:12:33: uns gibt Andere, die sagen Ich möchte keine Hierarchien.

00:12:36: Ich finde es hilfreicher wenn sich alles frei entwickeln darf so wie es sich entwickeln kann.

00:12:41: Aber das muss jede Person für sich entscheiden.

00:12:44: Ja, ich glaub, das waren erst mal die wichtigen Sachen, die mir dabei in den Kopf kamen bei der Frage.

00:12:48: Gut,

00:12:48: du würdest schon bejahen, dass deine beiden Partnerschaften für dich irgendwo gleich wichtig und gleichwertig sind?

00:12:57: Wie ist es denn mit dem Thema Aufmerksamkeit Zeit?

00:13:01: In einer Partnerschaft möchte man sicher auch Zeit widmen.

00:13:07: Wie gestaltet ihr das, dass sich da keiner zu kurz bekommen fühlt?

00:13:12: Damit triffst du natürlich den Kern der Sache.

00:13:15: Weil das ist eigentlich so eins der Hauptthemen ... die mich beschäftigen, meine Beziehungen und Menschen in Beziehung generell.

00:13:25: Es ist natürlich kompliziert, wenn mehr Menschen dazukommen, die auch wieder Bedürfnisse haben oder Zeit und Energie brauchen oder sich wünschen.

00:13:35: Jeder, der mehr als ein Kind hat zum Beispiel weiß auch wie das sich anfühlt wenn dann noch ein zweites Kind dazu kommt wo noch ein ganzer Mensch ist mit all seinen Bedürfnissen.

00:13:43: Die Liebe die kommt immer dazu.

00:13:45: bei neuen Menschen gibt es einfach nur Mehrliebe.

00:13:47: aber Zeit kommt leider keine dazu und deswegen erfordert es tatsächlich Ganz viel miteinander reden.

00:13:54: also man muss im ersten Schritt sich selber sehr viel klarer und bewusster über die eigenen Bedürfnisse, vielleicht auch Grenzen oder so sein.

00:14:03: Man muss sie gut verhandeln, kommentieren und besprechen können.

00:14:07: Und das sind wieder... Fähigkeiten und Themen, die auch in jeder anderen Beziehungsform halt so hilfreich

00:14:13: sind.

00:14:14: Deswegen aus meiner Sicht gar nicht abhängig davon sind, in welche Beziehung ich lebe, weil ... Ich erleb das ja bei Monogramm-Paren und Klientinnen von mir.

00:14:22: Dann ist es eben nicht die andere Partnerschaft, um die gestritten wird, sondern ... Das Hobby oder die Eltern, die versorgt werden oder was auch immer?

00:14:31: Oder die Arbeit, ne?

00:14:32: Die dann so viel Zeit und Energie wegnimmt von der Partnerschaft.

00:14:35: Dass es einen oder beiden nicht mehr gefällt.

00:14:38: Und man muss dann darüber sprechen und Lösungen finden.

00:14:41: Ganz konkret praktisch haben wir halt geteilte Kalender, und sprechen alle zwei, drei Wochen alles durch.

00:14:47: Wenn eine Person oder mehrere eben sagen, ich merke hier ist mir es irgendwie zu wenig, oder hier wünsche ich mir das noch mehr ... Dann muss man's benennen und gucken wie sich das lösen lässt.

00:14:57: Bisher gelingt uns das ganz gut!

00:15:00: Es gibt auch durchaus Situationen da gibts keine gute Lösung.

00:15:02: Da muss einer für den Moment zurückstecken Dann ist es ganz wichtig auf lange Sicht, da muss ich an deine Folge denken zu Gottmann.

00:15:09: Auf jede Enttäuschung oder jede kleine Verletzung braucht's wieder positive Dinge wo aktiv gestaltet wird und man dann was Schönes unternimmt zum Beispiel um das wieder auszugleichen.

00:15:23: Oder mit jedem ein oder wie machst du das konkret?

00:15:26: Also dazu muss man noch erklären, dass mein Mann und ich in einer Stadt leben fest.

00:15:31: Und mein Partner in der anderen Stadt lebt es ungefähr eine Stunde Zug- oder Autofahrt voneinander entfernt ist aufgrund dessen, dass die Kinder jeweils dort ihre Lebensmittelpunkte haben.

00:15:40: Mein Partner und ich sind die primären Pendeln aber auch zum Beispiel meinen Mann und die Kinder häufig dann am Wochenende Pendeln oder wir eben alle zusammen irgendwo ein Urlaub fahren.

00:15:52: Und meine beiden Partner sind auch sehr gut befreundet, die Unternehmen auch manchmal Sachen ohne mich zu zweit oder mit Gruppen also wo ich da nicht dabei bin.

00:16:00: Also das ist jetzt nicht so dass es nur an mir hängt diese Beziehung zwischen denen.

00:16:04: Es gibt schon ab und zu Momente wo wir uns alles zusammen hinsetzen und das durchsprechen aber wir sind halt auch nicht so oft alle mit Zeit und ohne Kinder an einem Ort, um sich dafür Zeit zu nehmen.

00:16:15: Und deswegen findet viel Bilateral statt und ich bin dann die Vermittlerin oder wir haben auch eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe in der werden halt solche Sachen besprochen oder gemeinsame Einkaufslisten und solche Sachen.

00:16:26: also das wird.

00:16:27: dann nutzt die Technik viel dass man vieles gemeinsam klären kann.

00:16:31: Das hilft wahrscheinlich auch enorm, dass dein Mann und deinen Partner sich gut verstehen oder?

00:16:37: Also in der Art, wie wir das leben, definitiv.

00:16:40: Das ist ja dann so die sogenannte Kitchen-Table-Pulli, wo man alle an einem Küchentisch sitzen kann und über alles sprechen kann und sich miteinander gut versteht.

00:16:49: Das is nicht unbedingt immer so.

00:16:50: Es gibt auch Menschen, die das gar nicht wollen oder den Personen nennen, die da rundherum noch sind, auch gar nicht diese Art Beziehung haben aus welchen Gründen auch immer und wo es mehr getrennt stattfindet.

00:17:04: Ja, gar kein Kontakt ist oder viel weniger.

00:17:06: Auch das wieder ganz individuell bei uns ... Ist es so ja?

00:17:10: Ich hab dich oft nach Fortbildung kennengelernt und ich hab dann abends oft gedacht, wenn wir in Zutel gegangen sind, wie macht die Annika das denn jetzt?

00:17:18: Ruft jetzt zwei Männern acheinander an und erzählt jedes Mal vom Tag?

00:17:23: Oder machst du ein Call mit beiden?

00:17:26: Also, ich telefoniere furchtbar ungern!

00:17:28: Aber äh, die Frage is ja wildes... Ähm ... also's gibt Themen, bei denen teile ich mehr Interesse oder Werte mit einem der beiden.

00:17:39: Dann würde vielleicht der Person zuerst davon erzählen und der anderen dann eine Kurzversion oder so.

00:17:46: Es gibt Sachen, die schicke ich als Sprachnachricht in die gemeinsame Gruppe.

00:17:51: Oder schick sie an einen und leite sie an den anderen weiter.

00:17:54: das Beide, das haben wir nicht zweimal erzählen muss?

00:17:56: Das ist ganz unterschiedlich!

00:17:58: Aber es ist nicht so, dass sich jetzt eine Person hat der ich immer alles zuerst erzähle, sondern das schwankt und ist abhängig vom Inhalt.

00:18:07: Und ich erzähl also es gibt eigentlich nichts oder so gut wie nix, müsste ich jetzt nachdenken was ich jetzt irgendwie einem nicht erzähle.

00:18:14: Also was nur der eine weiß oder so, sondern für mich sind das beides wichtige Menschen die alles wissen was mich bewegt.

00:18:22: Zum Thema Eifersucht Du hast mir gesagt dass ist das was die Leute meistens als erstes fragen Bist du denn gar nicht eifersüchtig?

00:18:32: Wie ist das bei

00:18:33: dir?".

00:18:34: Ja, es

00:18:35: scheint ein Thema zu sein was viele Menschen bewegt und was irgendwie so eine Annahme zu sein scheint.

00:18:39: Das entweder dass in so einer Konstellation ja ein ganz riesiges Problem sein muss oder dass es ja gar kein Thema sein kann weil sonst würden wir das ja nicht machen und beides stimmt nicht.

00:18:51: also weder es ist ein Riesenthema noch ist es spielt keine Rolle sondern ich glaube Tatsächlich jeder Mensch hat Phasen, wo man eher sie eifersüchtig ist.

00:19:00: Und ja ich bin auch eifernsichtig!

00:19:02: Ich hab für mich da gut feststellen dürfen dass das eben ganz häufig entweder Neid is im Sinne von nicht...ich gönn es dem anderen nicht aber mehr so um Sinne von krass.

00:19:12: jetzt macht er irgendwas für jemand anders was ich mir wünsche und was bei mir bisher nicht geklappt hat oder was ich mit mehr wünsche oder so.

00:19:20: und dann ist es ja an mir das zu benennen.

00:19:23: Mensch, solange ich dachte du kannst das nicht, war es okay.

00:19:25: Aber jetzt wo ich sehe, du kannst es, da würde ich mir wünschen dass du's für mich auch machst und dann hat der andere die Chance ist halt auch für mich zu tun und dann ist es eigentlich schon aufgelöst so.

00:19:34: oder Es sind Ängste, die berührt werden also Verlustangst Angst nicht gut genug zu sein weniger Bedeutung zu bekommen oder so.

00:19:45: Und das sind ja legitime Ängste, und dann muss man halt auch darüber sprechen und gut gucken, welche Art Rückversicherung kann man geben?

00:19:52: Oder wo kann ich mich selber mehr stärken oder so?

00:19:55: Ich glaube auch wieder dass das Fähigkeiten sind und diese Art sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und die eigenen Themen anzugucken was auch viele Menschen, die nicht monogame Beziehungen führen als Mehrwert berichten Dass man eben ein bisschen gezwungen wird dazu Und dass es aber nicht nur den Paar oder den Beziehungen zurute kommt, den romantischen Beziehung.

00:20:19: Sondern das ganz oft Menschen sagen, boah, seit ich das gemacht habe ist die Beziehungs- zu meinen Eltern in meinem Kollegenkreis und so.

00:20:26: Ich merke auf einmal wie viel besser ich zum Beispiel Bedürfnisse benennen oder um Hilfe fragen oder Grenzen setzen oder nein sagen kann.

00:20:34: Das ja ist ein totaler Bonus der vielleicht auch manchmal erst mal unerwartet kommt und vielleicht auch eine Belohnung dafür, dass es natürlich arbeit ist!

00:20:41: Es ist nicht immer einfach, es kann anstrengende Phasen geben.

00:20:45: Und ich kenne auch viele, die so berichten, dass diese Unterschiede in der Monogamie ist.

00:20:51: Da habe ich am Anfang die rosa-rote Brille und dann kommt das klassische zusammen mal ein Wochenende und Urlaub und dann zusammenziehen und heiraten und Haus und Kinder und irgendwie so.

00:21:00: In einer Nichtmonogrammi habe ich eben am Anfang vielleicht nicht ... Da hab ich am Anfang viel mehr Arbeit, da muss ich bewusst auf vieles verhandeln und über vieles mehr reden.

00:21:09: Und achtsamer die einzelnen Schritte wählen weil es nicht so einen vorgefertigten Standardablauf gibt.

00:21:15: Dafür habe ich später, wenn dann zum Beispiel jemand krank wird oder Kinder dazukommen.

00:21:20: Oder es irgendeine Art Krise gibt schon alle die Tools, dies braucht um die gut zu bewältigen.

00:21:25: Während in der Monogamie Menschen häufig später im Leben merken dass ihnen manche Fähigkeiten fehlen um dem Gut herzuwerden und die dann Hilfe suchen.

00:21:33: also ist eigentlich nur der Zeitpunkt an dem ich investiere und arbeite so ein bisschen verschoben.

00:21:39: aber an sich macht jede Beziehung die langzeitig funktionieren soll Arbeit.

00:21:45: Liebe ist für mich auch deswegen so ein Tunwort.

00:21:47: Das ist das, was ich jeden Tag entscheide zu leisten und zu tun weil es mir das wert ist und weiches möchte.

00:21:52: Und dann ist die Beziehungsform eigentlich ganz egal.

00:21:55: also zumindest für mich

00:21:57: Du hast es ja eben schon mal gesagt gehabt in dem Lebenssatz dass man Ja eigentlich wie bei Kindern Es kommt einer dazu und dann hat man einfach noch mehr liebe Parat Für die neue Person.

00:22:10: Ich glaube viele und da schließe ich mich auch nicht aus persönlich haben einfach Angst, dass wenn noch ein Partner dazukommt.

00:22:18: Dass der mir vielleicht was wegnehmen könnte also wenn mein Partner oder Partnerin noch jemand anders hat

00:22:24: das

00:22:25: mir dann etwas fehlt wie siehst du das?

00:22:29: Also ich glaube das ist eine zu tiefst menschliche Reaktion, die ich auch gut kenne.

00:22:33: Weil wir sehr gut darin sind Dinge dazu zu bekommen.

00:22:36: das lässt uns Dopamin feuern und es geht uns gut.

00:22:39: Und wenn wir das Gefühl haben oder real irgendwas weggenommen kriegen geht's uns unangenehm weil das nicht schön ist das Gefühl.

00:22:45: Ich finde es immer hilfreich dass so ein bisschen abstrakter anzugucken.

00:22:48: zum Beispiel Wenn mein Partner meine Partnerinnen zu einem Treffen mit einem guten Freund oder einer guten Freundin geht und die im Café sitzen und zwei Stunden da sprudeln, sich austauschen.

00:22:59: Und dann kommt die Person zurück nach Hause ist übelst happy und leuchtet so richtig schön und erzählt mir ganz begeistert was sie da erlebt hat und wie schön das waren wir erfüllend.

00:23:09: und dann finde ich diese Person so anziehen wie die da so leuchtete.

00:23:11: und dann ist diese Liebe so da und es ist irgendwie ein schönes Erlebnis.

00:23:15: Und wenn dieselbe Person für zwei Stunden zu einem anderen Partner oder einer anderen Partnerin geht und ich die ganze Zeit in diesen zwei Stunden mir ausmahle, was sie jetzt alles machen miteinander.

00:23:24: Und ob das jetzt der Person besser gefällt und deswegen jetzt in Zukunft viel mehr mit der anderen Person leben will als mit mir und mich da vergleiche und so... Dann durchleide ich die Hölle in diesen Zwei-Stunden!

00:23:34: Wenn der andere Mensch dann so ganz leuchtend und auf Füll zurückkommt bin ich ganz dicht und hart, abwährend.

00:23:40: Und vielleicht in meiner Angst oder in meinen Gefühlen gar nicht in der Lage das dann in unsere Beziehung zu lassen und da irgendwie das positivzusehen?

00:23:50: Und die reale Situation ist ja.

00:23:52: aber in beiden Fällen, meine Beziehungspersonen sind zwei Stunden weg und kommen wieder und es erfüllt und leuchtend und möchte mit mir in Beziehungen gehen.

00:24:00: Nur in meinem Kopf findet der Unterschied statt.

00:24:02: Das heißt natürlich jetzt nicht dass dieser Unterschied nicht sein darf!

00:24:05: Der ist legitim, der liegt daran wie wir Glaubenssätze verinnerlicht haben über Besitz-, Beziehungs- und Rollen, was macht uns wertvoll?

00:24:15: Und es ist total viel Arbeit, die so dekonstruieren und umzulernen.

00:24:20: Aber mir hilft eben dieser Blickwinkel, dass ich da erkenne, dass da vieles gelernt in mir ist und gar nicht so sehr daran liegt was der andere Mensch gerade macht.

00:24:29: Genau!

00:24:29: Und insofern ist es schon auch bei mir, wenn jemand Neues dazukommt diese Sicherheit die sich dadurch ergibt das was gewohnt ist und ich da gar nicht groß drüber nachdenken muss erschüttert wird und dass sich das erst mal unwohl anfühlt und so wackelt alles und ich dann mehr dran arbeiten muss in mir die Sicherheit zu finden und bei mir zu bleiben und mich zu stärken.

00:24:50: Aber es ist möglich, wenn man's will.

00:24:53: Es gibt ja für das was du beschrieben hast auch einen Begriff der kommt aus der Polyamore Community Comperion Mitfreude.

00:25:04: Genau Das ist da eigentlich genau das was Du gerade beschrieben hattest Dass man versucht... Was heißt versucht?

00:25:12: Das ist wie eine Lebenseinstellung oder ein Blickwinkel dass man sich mit dem Partner freut, dass er Freude oder Lust mit einem anderen Partner erlebt.

00:25:23: Und daraus für sich selber vielleicht auch Freude zieht?

00:25:29: Ist das was ich so beschrieben hast, gell?

00:25:32: Ja genau.

00:25:33: Glaubst du, dass etwas, was man in der Polyamoren-Beziehung lernt ... Oder etwas, das man vielleicht auch mitbringen muss?

00:25:42: Glaubste man kann das überhaupt lernen?

00:25:44: Ich glaube ja zu allem!

00:25:45: Also, im Sinne von das, was ich gerade beschrieben hab.

00:25:48: Wenn dein Mann nach Hause kommt und begeistert berichtet, was er tolles erlebt hat ... Und du dich für ihn freuen kannst, dann ist ja eigentlich egal warum?

00:25:58: Was er da erlebt hat, dass es dir gelingt, für ihn Positives mitgeführt zu haben und dich reinversetzen zu können, uns richtig zu merken wie dieser Funke überspringt und du dich mit ihm freust.

00:26:07: Das kannst du schon, wenn du diese Situation kennst, die ich grade beschreibe!

00:26:11: Ich glaube auch, dass's leichter ist, das für Dinge zu ... empfinden die einen selber nicht irgendwie betrohnen in den Grundfesten erschüttern und deswegen glaube ich, dass das Ziel das auch für Dinge zu empfinden, die andere vielleicht als bedrohlich empfinden.

00:26:26: Was ist was man tatsächlich ein Stück weit lernen muss?

00:26:28: Ich glaub die allerwenigsten empfinden das von Anfang an!

00:26:31: Und ich glaube es spielt auch wieder rein in dieses wie suchen wir in Beziehung Sicherheit?

00:26:37: also gewinne ich Sicherheit und das Gefühl gewollt zu sein, begehrt zu seien in der Beziehung gemeint zu sein dadurch dass mein Partner zum Beispiel nur mit mir schläft oder NUR MIR die wichtigsten Dinge in seinem Leben erzählt.

00:26:52: Oder NUR Mit MIR ein Alltag mit Kindern und Haushalt führen will Und Die Abgrenzung nach außen darüber stattfindet das diese dinge exklusiv sind.

00:27:02: und wenn die da nicht mehr exklusive sind stelle ich die ganze beziehungen frage und meinen selbst wert und hab angst alles zu verlieren.

00:27:08: so oder habe ich die Sicherheit mehr in mir, dass ich weiß wer ich bin und was sich zu bieten habe.

00:27:15: Und das ich aktiv meine Beziehungen gestalte so, dass Ich weiß, ich gebe mein Bestes damit es eine wertvolle Beziehung ist, die schön ist wo der Mensch gern sein möchte.

00:27:24: Wenn dann der andere sich für etwas anderes entscheidet Dann ist es das gute Recht.

00:27:30: aber es liegt weniger daran Dass ich jetzt nicht genug bin oder so weil ich weiß ja dass ich gegeben hab was ich kann.

00:27:34: So Das ist so ein anderer Blickwinkel und ich glaube den lernen wir nicht.

00:27:39: Wir werden groß in unserer Gesellschaft mit dem großer Prinzessenden Hochzeitsballkleid, weiß ich schon und diesen ganzen romantischen Kitching.

00:27:49: Dann reiten wir den Sonnenuntergang und was danach passiert?

00:27:52: In den fünftig Jahren eher das Sachtkeiner die ganzen Arbeit und Streit und Veränderung.

00:27:59: Das findet nicht statt und es gibt auch ganz wenig gute ... Beispiele für Trennungen zum Beispiel oder für Beziehungen, die sich verändern dürfen.

00:28:07: Die von liebes Paar zu besten Freundinnen, zu Eltern zurück zum Liebespaar verwandeln.

00:28:13: Weil darüber ganz wenig gesprochen wird und weil viel auch gleich so bewertet wird.

00:28:18: Und irgendwie dann weniger wert ist.

00:28:20: Ist eine Beziehung ganz wertvoll wenn sie möglichst lang geht?

00:28:23: Egal wie es den Menschen in der Beziehungszeit geht.

00:28:26: Oder ist ne fünfjährige Beziehunge, die super wertvoll war für alle, die dann aber endet, weil sich Lebensumstände ändern weniger gut gewesen, wäre bestimmt darüber so.

00:28:35: Also ich merke schon, ich schweife ab aber du fragst es ja nach der Comparison.

00:28:39: und ob wir das lernen können?

00:28:40: Ja!

00:28:40: Ich glaube, wir können das lernen.

00:28:42: Wir wissen schon wie sich's anfühlen kann.

00:28:44: und das zu übertragen auf Situationen wo wir das Gefühl haben uns wird was weggenommen.

00:28:48: Das ist primär Glaubenssatzarbeit und tief verinnerlichte gesellschaftliche Annahmen.

00:28:56: die Mitfreude einem leichter fällt, wenn man aus der Situation des vollen Tellers kommt.

00:29:02: Also wenn man selber auch eher in der Fülle ist, kann man mehr gönnen und das im Umkehrschluss bedeutet, dass es wichtig ist, dass wir für uns selber sorgen, dass wer so schauen, dass's gut geht beim Selbergut geht um dann auch mehr göhnen zu können, sich mit freund zu können.

00:29:22: Würdest du sagen, dass das stimmt?

00:29:24: Absolut, das finde ich ein ganz schönes Bild.

00:29:26: Ja weil wenn wir selber erfüllt sind und in unsere Kraft dann fällt es natürlich leichter auch jemanden auf den Date ziehen zu lassen und sich dann einen schönen Abend zu gönnen mit einer Freundin oder ein gutes Buch zu lesen und da nicht in Gedanken immer so im Mangel zu kreisen.

00:29:42: und es erinnert mich auch so ein bisschen an deine Folge zum Thema Bindungsstile und so.

00:29:47: also ist schon auch so meine Erfahrung auch eine Praxis dass Menschen, die sicher gebunden sind oder gelernt und eine sichere Bindungssystem-Style haben.

00:29:57: Dass denen das deutlich leichter fällt.

00:29:59: wenn ich schwierige Erfahrungen gemacht habe in der Vergangenheit im Großwerden oder vorhergehenden Beziehungen dann bin ich natürlich leichter, aus meiner Mitte zu kegeln und brauche ein bisschen mehr Stütze und Hilfe und Rücksicht.

00:30:12: Das heißt nicht dass es nicht geht jeder Mensch kann Sachen dazu lernen.

00:30:16: also heißt nur das sich da gut gucken muss was brauche ich damit mir das gutgeht dabei?

00:30:21: Und oft werden so auch vielleicht versteckte Themen die in der Monogrammbeziehung gar nicht angepigst worden weil's dafür gar keine Ursache gab Dann in einer Situation wo auf einmal Sicherheiten erschüttert werden sichtbarer und das ist ja gleichzeitig auch eine Chance, sich damit auseinanderzusetzen.

00:30:38: Und es ist vor allem auch eine Art selbstgewählte Chance, weil wenn ich in einer monogamen Beziehung lebe als Beispiel mein Partner fremd geht oder mich anderweitig hintergeht oder betrügt und vertrauen bricht ... Oder wenn ich z.B.

00:30:51: krank werde oder gekündigt werde oder irgendwas passiert dann passiert ein ähnlicher Wachstumsprozess In der Trauma-Pädagogie oder Traumatherie, so dieses posttraumatische Wachstum.

00:31:01: Also man kann ja gestärkt auch sowas hervorgehen.

00:31:04: Dennoch macht es einen Unterschied ob ich da selbst wirksam und selbst gewählt behutsam reingehe?

00:31:10: Oder ob ich dem ausgeliefert bin und da reingeschmissen werde?

00:31:12: Ob ich will oder nicht?

00:31:13: Und insofern sehe ich da halt wirklich eine große Chance für Menschen über ihre Bindungsstile zu lernen und zu wachsen.

00:31:21: Du hast dir schon angesprochen das Nichtmonogamebeziehungen in der Gesellschaft.

00:31:26: Naja, ich will sagen ... vielleicht nicht so vorkommen oder darüber wird nicht viel gesprochen und vielleicht wird das auch oft nicht wirklich akzeptiert?

00:31:38: Wie ist da deine Erfahrung?

00:31:40: Wie geht dein Umfeld damit um- oder ist damit umgegangen als du dich entschlossen hast, anders zu leben?

00:31:48: Ich hab überwiegend positive Erfahrungen gemacht.

00:31:51: Bin da auch sehr dankbar dafür!

00:31:53: Ich glaube, das ist ein ziemliches Privileg.

00:31:55: Zu mir kommen ja in die Praxis auch oft Menschen, denen es eben leider anders ging.

00:31:59: Es gab schon... Fragen oder auch Menschen, die sich vielleicht ein bisschen mehr zurückgezogen haben.

00:32:06: Oder vielleicht anfangs Stadtthemen wo jemand erst mal ein bisschen Zeit brauchte um sich damit so neu zu arrangieren.

00:32:13: aber im Großen und Ganzen gerade auch in der Familie und im engeren Freundeskreis war das mal kurz Thema aber irgendwie auch relativ schnell dann nicht.

00:32:22: also Warum auch?

00:32:24: Es ist halt wie andere Dinge, erst mal kurz neu und dann ist es eben normal.

00:32:29: Ich sag das oft so, mein Leben ist echt langweilig und bieder und so normal im Vergleich ... Also ich wundere mich manchmal, was Menschen denken, was da passiert oder so.

00:32:38: Natürlich auch da wieder sehr abhängig davon, was jemand lebt und wie ja das vielleicht nach außen aussieht.

00:32:45: Und welche Menschen im Umfeld sind, was deren Themen sind, weil fast deren Ängste sind, die berührt werden oder so.

00:32:51: Und ich glaub, dass ganz viel über uns gesprochen wird.

00:32:53: Aber nicht mit uns!

00:32:54: Ich krieg das schon mit rundherum, mir Menschen erzählen, dass jemand sie über mich was gefragt hat, wo ich denk, frag mich doch selbst?

00:33:01: Aber das machen die wenigsten ist ja auch nachvollziehbar, gibt's Berührungsängste oder keine Ahnung ... Was ich eben miterlebe, was du am Anfang gesagt hast... Ich glaube schon, dass es zunimmt gesellschaftlich, dass mehr darüber gesprochen wird und mehr Sichtbarkeit gibt.

00:33:14: Das ist tatsächlich mein Antrieb, warum ich so arbeite in meiner Praxis aber auch warum ich da selber darüber spreche, weil ich eben finde dass Menschen die sich sicher fühlen und vielleicht auch die Privilegien haben dafür sorgen das alle so leben dürfen wie sie möchten.

00:33:31: Und da haben wir ja schonen auch gesellschaftlich noch einen ganz schönen Weg vor uns und dafür Toleranz und Offenheit zu werben ist mir so ein Anliegen.

00:33:38: Was könnten denn monogame Paare von einem Polyamorenpaar oder von Polyamornpaaren lernen?

00:33:45: Na ja, also da merke ich schon.

00:33:47: Ich tue mich so schwer das in so Gruppen zu teilen weil ich kenne monogame Paare die auf eine Weise leben, da würde ein Polipaar sagen aber dann seid ihr doch gar nicht Monogramm oder umgetreten ist ein Paar was sich als Polyamor versteht aber jetzt aktuell für drei vier Jahre in einer geschlossenen Zweierbeziehung lebt wo die von außen sagen würden hey ihr seid doch verheiratet und ihr habt noch keine anderen Partner wo seid ihr denn poli?

00:34:12: Also dass nur noch mal vorweggeschickt, das ist so... Es sind alles Label.

00:34:15: Die sind auch wertvoll um darüber zu sprechen und um Zugang zu finden.

00:34:18: aber was dahinter steckt und was diese Beziehung benaltet wissen ja immer nur die Beteiligten Und ich plädiere dafür.

00:34:23: ganz viel Differenzierung.

00:34:26: Ich glaube es gibt sehr gute monogame Beziehungen und es gibt eine sehr gute Polyamore oder offene Beziehunge Dann gibt's ganz schreckliche Monogamebeziehungen Und es gibt leider auch ganz schrägliche Polyamor-Beziehungen.

00:34:37: Ich glaube was gute Beziehionen von nicht so guten Beziehlingen lernen können sich selbst gut zu reflektieren, ehrlich und offen zu kommunizieren, gewaltfrei zu kommunikieren, Bedürfnisse, Grenzen und Wünsche zu respektieren.

00:34:53: Und behutsam achtsam in Beziehung zu gehen!

00:34:57: Das, was ich ganz am Anfang gesagt habe.

00:34:59: Ich glaube da schließt sich vielleicht auch so ein bisschen der Kreis an zu erkennen dass Menschen sich verändern das Bedürfnisse sich ver ändern und das gemeinsames Wachstum mehr irgendwie etwas sehr bereicherndes sein kann wenn beide das gestalten Und dann nicht irgendwie einer sich ausgeliefert fühlt.

00:35:12: Glaube schon, dass im Schnitt relativ oft Nichtmonogramme Beziehungen Dann Bisschen in Vorsprung haben Aus dem Ganz einfachen Grund Dass sie müssen Weil unsere Gesellschaft ebenso mononormativ ist dass es Monogrammpaaren in ganz vielen Belangen einfach so viel einfacher gemacht wird oder auch Feld auf bewährte Muster zurückzugreifen.

00:35:34: Ich muss da nicht alles aushandeln und über alles sprechen, weil das so selbstverständlich klar zu sein scheint!

00:35:41: Weil es ist, aber es scheint es zu sein.

00:35:44: Und auch gesellschaftlich geht der los bei Wohnungssuche.

00:35:47: Find mal eine passende Wohnung wo ein Polykül die Räume findet wie das gut wäre oder so'n Dorf was dann Kinder gemeinsam erzieht und eher als Konstrukt, als staatliche Institution mit Allian vor Nachteilen und so.

00:36:03: Also es sind alles Dinge warum Menschen die nicht so klassisch leben gezwungen sind miteinander auszuhandeln.

00:36:10: Das verschafft einen Vorsprung in der Beziehungsqualität.

00:36:13: Aber es ist auch keine Garantie und das sagt ja auch keiner, dass Menschen im Monogrammbeziehungen das nicht tun.

00:36:18: Wenn sie's tun herzlichen Glückwunsch!

00:36:21: Zum Abschluss vielleicht noch eine etwas philosophische Frage die mir gekommen ist als ich mich auf das Gespräch mit dir vorbereitet habe.

00:36:29: wenn wir alle mehrere Partner lieben dürften oder Ästheten, oder uns das selbst erlauben würden.

00:36:37: Würden wir nicht alle in Summe mehr lieben?

00:36:40: Würde es nicht insgesamt mehr Liebe geben und gelebt werden?

00:36:45: Was meinst

00:36:45: du?".

00:36:46: Ich glaube, dass ist eine Utopie an die ich gern glauben würde.

00:36:50: Und ich würd' es mit Ja beantworten!

00:36:52: Weil ja ganz viel Leid auch dadurch entsteht, in diesem Glauben, dass man nur eine Person zur Zeit lieben darf auf diese Weise.

00:37:01: Dann entweder sich wieder trennen oder das sich versagen oder das heimlich machen und diese vierte Option, das bewusst und ehrlich zu machen gar nicht sehen als Chance oder als Möglichkeit wenn ich erkenne dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens in der Lage ist, mehrere Menschen zu lieben und das durchaus auch gleichzeitig passieren kann.

00:37:23: Dass aber jede dieser Lieben ganz spezifisch für diese Person ist und der andere nichts wegnehmen muss sondern man das eben gut gucken kann.

00:37:31: wie kann es aussehen wenn Menschen so achtsam in Beziehung gehen würden?

00:37:36: Und das eben nicht nur in ihren Paarbeziehungen sondern auch mit ihren Familienkolleginnen gesellschaftlich?

00:37:41: dann wäre die Welt Hundert pro, hundertzwanzig Pro in besserer Ort.

00:37:45: Also ich glaube schon dass wir da profitieren würden und davon lernen können.

00:37:49: Ja das hast du wirklich schön gesagt Anika Und ich würde auch sehr, sehr gerne an diese Utopie glauben.

00:37:56: Ich würde mir wünschen für meine Paare in meiner Praxis, dass vielleicht mal an andere Konstrukte gedacht wird bevor man sich trennt ob es nicht andere Wege gibt die Partnerschaft zu beleben oder wie man mit einer Affäre umgeht.

00:38:14: Das würde an der einen oder anderen Stelle einiges Leid ersparen ist meine

00:38:20: Meinung Genau wie du sagst, zumindest überhaupt erst mal das Fenster zu öffnen für die Idee.

00:38:27: Dass es dann schwer sein kann und vielleicht auch nicht so wird, wie man sich's erhofft hat oder so aber einfach um weitere Freiheitsgraden hinzuzufügen was wir ja beide wissen was in der Systemik eigentlich ein wichtiger Punkt ist finde ich dass das eine valide Sache ist zumindest mal auf den Tisch zu bringen.

00:38:42: Okay Anika gibt es noch irgendeine Frage die ich deiner Meinung nach hätte stellen sollen und nicht gestellt habe?

00:38:50: Also, ich glaube man kann da noch ganz viel sprechen.

00:38:53: Ich fand es voll schön so meinen Gedanken ein bisschen freien Lauf lassen zu dürfen.

00:38:57: Ich glaube, ich freue mich darauf mit dir eine Folge für mein Podcast aufzulegen wo ich auch ganz viele Fragen an dich habe und vielleicht verweisen wir dann an der Stelle Einfach

00:39:09: darauf.

00:39:10: Okay, Annika, ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, dass du so offen und ehrlich hier über dich und deine Beziehungen gesprochen hast.

00:39:18: Und an dieser Stelle ... Du bist ja auch Heilpraktikerin für Psychotherapie.

00:39:22: Du arbeitest therapeutisch und als Coach in deiner eigenen Praxis.

00:39:26: Und bist ja spezialisiert auf das Thema Nichtmonogramme-Beziehungen unter anderem.

00:39:32: Für alle die jetzt zugehört haben, die vielleicht in einer solchen Beziehung leben oder sich dafür interessieren verlinkt mir natürlich ganz gerne deine Kontaktart in den Show-Notes und schaut auf jeden Fall mal rein.

00:39:45: Und meldet euch bei Bedarf gerne bei Annika!

00:39:48: Das war das Gespräch mit Annika, was mich wirklich berührt hat.

00:39:53: Was ich auf jeden fall mitnehme ist dass Polyamor lebende Menschen eigentlich die gleichen kleinen und großen Probleme haben wie monogame Paare.

00:40:03: Allversucht Aufmerksamkeit Zeit Kommunikation Nur mit mehr Beteiligten.

00:40:10: Und dass man in nicht monogamen Beziehungen einige Dinge unweigerlich lernen muss, die eigentlich im Leben sehr wichtig sind.

00:40:18: Miteinander ehrlich reden, Dinge ansprechen sich trauen zu den eigenen Wünschen und Sehnsüchten zu stehen und sich selbst zu hinterfragen.

00:40:28: Das Gespräch lässt mich natürlich auch mit der großen Frage zurück Wie wäre die Welt?

00:40:34: Wenn wir alle lieben könnten wehen Und wie viele wir wollen, wäre da mehr lieben uns unter der Welt oder mehr durcheinander?

00:40:45: Oder beides.

00:40:47: Annika meint es wäre eine sehr schöne Utopie?

00:40:51: was meinst du?

00:40:52: Schreibt mir doch gerne in die Kommentare und wenn euch das Gespräch gefallen habt dann gebt mir und Annika doch eine Bewertung hier an deiner Podcast-App.

00:41:00: Das würde uns sehr helfen!

00:41:02: Lieben Dank im Voraus und bis bald deine Sarah.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.