07 Einsamkeit in der Ehe: Soll ich gehen oder bleiben?
Shownotes
„Soll ich trotz des Gefühls von Einsamkeit in meiner Ehe bleiben oder sollte ich den mutigen Schritt wagen und gehen?"
Die Frage nach Bleiben oder Gehen ist eine der schwersten, die Menschen in langjährigen Beziehungen beschäftigen. Auch wer äußerlich „alles hat", kann sich tief einsam fühlen. Dieses Gefühl ist oft mit Schuld und Scham verbunden.
In dieser Episode erzähle ich Marias Geschichte, die sich nach vielen Ehejahren fragen musste: Ist Veränderung noch möglich oder ist es Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen?
Du erfährst:
- wie Einsamkeit inmitten in einer Partnerschaft entstehen kann
- welche Folgen eine unglückliche Beziehung für Körper und Seele hat
- was die Forschung zu den psychischen Auswirkungen von Trennung sagt
- warum „Bleiben" nicht automatisch die sichere Option ist
- ein hilfreiches Coaching-Tool, um Klarheit zu gewinnen: das Tetralemma
- wie der Mut, neue und unbekannte Wege einzuschlagen, dich zu dir selbst zurückbringen kann
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Transkript anzeigen
00:00:03: Du bist in einer Beziehung, vielleicht auch in einer Ehe und das schon viele Jahre.
00:00:19: Von außen scheint alles in Ordnung zu sein.
00:00:21: Man funktioniert gut zusammen man organisiert den Alltag, man sitzt abends nebeneinander auf dem Sofa Und trotzdem fühlst du dich irgendwie allein gemeinsam einsam.
00:00:34: Das ist eine ganz besondere Form von Einsamkeit, weil sie so widersprüchlich ist.
00:00:39: Denn du bist ja gar nicht wirklich allein!
00:00:42: Du hast ja einen Partner und genau deshalb schämen sich viele für dieses Gefühl und sprechen nicht gern darüber.
00:00:49: Weil man vielleicht denkt ich habe doch einen Partner, eine Familie warum fühle ich mich dann zu seltsam alleine?
00:00:56: Vielen drängt sich irgendwann die Frage auf kann sich das überhaupt noch ändern oder soll ich besser gehen?
00:01:03: Halt ich das aus oder verpasse ich gerade mein Leben, wenn ich bleibe?
00:01:08: Das ist eine der schwersten Fragen die es in einer Beziehung so gibt.
00:01:13: Mit genau dieser Frage kam vor gut zwei Jahren eine Klientin zu mir.
00:01:17: Nennen wir sie hier Maria.
00:01:19: Maria hat mir erlaubt euch hier ihre Geschichte zu erzählen.
00:01:23: Danke dir Maria!
00:01:25: Maria war forty- acht Jahre alt als sie zu mir in die Praxis kam.
00:01:29: Eine sportliche blonde Frau immer sehr stilsicher gekleidet Offen und herzlich!
00:01:35: Jemand, den man einfach auf Anheb mag.
00:01:38: Sie war früher Flugbegleiterin gewesen, den Job hatte sie geliebt und war darin richtig aufgegangen.
00:01:43: Auf einem Langsteckenflug lernte sie ihren Mann kennen.
00:01:46: Ein Unternehmer erführte die erfolgreiche Firma seiner Familie Und war ein paar Jahre älter als Maria.
00:01:53: Sie heirateten und bekamen recht schnell eine Tochter.
00:01:57: Maria blieb beim Kind zu Hause.
00:01:58: Den Job gab's sie auf Denn das Fliegen war schwierig mit Familie.
00:02:03: soweit so gut.
00:02:04: Mit ihrer Tochter war Maria sehr eng verbunden, sie unternahmen vieles gemeinsam, redeten über alles.
00:02:11: die Tochter wahr, so sagte mir Maria ihr ein und alles.
00:02:16: Ihr Mann arbeitete sehr viel, war selten zu Hause und ging am Wochenende mit Freunden zum Golf – einen Sport den Maria nicht so mochte.
00:02:25: Jeder machte halt so sein Ding!
00:02:27: Als die Tochter nach dem Abitur zum Studieren ins Ausland zog brach für Maria plötzlich alles zusammen.
00:02:34: Natürlich vermisste sie ihr Kind, aber das war es nicht allein!
00:02:38: Sie erlebte plötzlich eine furchtbare Einsamkeit in ihrer Ehe.
00:03:01: für meine Wünsche und Träume.
00:03:03: Es geht immer nur um seine Firma und seine Erfolge, ich bin schrecklich unglücklich und überlege ob ich mich von dem trennen soll?
00:03:11: Er sagt es sei doch alles gut.
00:03:13: wir haben doch alles aber das reicht mir nicht.
00:03:17: nur nach außen hin ist alles toll aber innerlich fühle ich mich fast wie tot.
00:03:22: Soll ich mich vor ihm trennen?
00:03:24: Ich habe furchtbare Angst vor den Konsequenzen.
00:03:26: Wie reagiert meine Tochter Familie und Freunde.
00:03:49: Interessant ist, dass genau so viele Menschen in Partnerschaften einsam sind wie Singles.
00:03:56: Also das hätte ich nicht gedacht!
00:03:58: In langjährigen Beziehungen schleicht sich Einsamkeit oft langsam ein, wie bei Maria.
00:04:03: Gesprächsthemen drehen sich zunehmend um Alltag und Kinder, Intimität nimmt ab – und irgendwie macht jeder sein Ding… aber wenig gemeinsam!
00:04:12: Maria saß nun also bei mir in der Praxis und drehte sich gedanklich immer wieder im Kreis.
00:04:17: Sie hatte Angst zu gehen … und ebenso Angst zu bleiben.
00:04:22: Wie wir im Coaching damit umgegangen sind und wie sich Maria am Ende entschieden hat Das erzähle ich dir gleich noch.
00:04:28: Vorher möchte ich noch wie immer kurz einen Blick in die psychologische Forschung werfen.
00:04:34: Gibt es vielleicht aus der Wissenschaft Erkenntnisse, die einem sogar bei dieser schwierigen Lebensfrage weiterhelfen können?
00:04:41: Schauen wir mal im Psychologischen Background-Check!
00:04:46: Fangen wir mal ganz vorne an, nämlich bei der Frage Was ist Einsamkeit
00:04:52: überhaupt?!
00:04:53: In der Psychologie definiert man das so Einsamkeit entsteht dann, wenn ein Ungleichgewicht da ist zwischen den Beziehungen die ich mir wünsche und denen die ich tatsächlich habe.
00:05:05: Das erklärt warum du überhaupt nicht allein sein musst um dich einsam zu fühlen.
00:05:09: Du kannst dich mitten in einer Ehe, eine Familie oder einer Gruppe einsam fühlen Wenn das was du dir an Liebe und Nähe An Verständnis, an echtem Gesehen werden wünscht Nicht Da Ist.
00:05:23: An der Uni Klagenfurt gibt es eine Forschungsgruppe, die sich gezielt mit Einsamkeit innerhalb von Partnerschaften beschäftigt.
00:05:30: Sie beschreiben wie sich diese Einsamkeiten einschleicht.
00:05:34: In langjährigen Beziehungen passiert das nämlich meist nicht mit einem großen Knall sondern ganz langsam und leise.
00:05:41: Die Gespräche schrumpfen irgendwann auf das Organisatorische zusammen.
00:05:46: Was machen wir am Wochenende?
00:05:47: Was kaufen wir ein?
00:05:48: Dann kommt der Handwerker!
00:05:50: Die Zärtlichkeit, die körperliche Nähe wird weniger.
00:05:53: Und unausgesprochene Enttäuschungen und Verletzungen legen sich oft nach und nach wie eine unsichtbare Wand zwischen den Partnern.
00:06:02: Genau das ist der Punkt!
00:06:03: Der häufigste Trennungsgrund Nach langen Ehen ist laut Forschung nicht der große Streit sondern Entfremdung.
00:06:12: Jetzt wird es spannend – und ehrlich gesagt auch ein bisschen unbequem Denn die Frage Bleiben oder gehen?
00:06:19: wird ja oft so verhandelt als wäre bleiben die sichere, neutrale Option.
00:06:24: So nach dem Motto lieber das was ich kenne als das Risiko.
00:06:28: aber in puncto Beziehung sagt die Forschung etwas anderes.
00:06:32: es gibt eine berühmte Langzeitstudie Die Harvard Study zum Erwachsenen Leben.
00:06:38: die läuft schon seit über eighty fünf Jahren und wird heute von Robert Wallinger geleitet.
00:06:44: Die Forscher haben über Jahrzehnte das Leben von Menschen begleitet und geschaut, was macht uns eigentlich gesund und zufrieden?
00:06:53: Die Antwort ist Beziehungen.
00:06:55: Aber es kommt nicht auf die Anzahl unserer Beziehung an sondern auf ihre Qualität.
00:07:02: Menschen, die in einer glücklichen Partnerschaft leben sind im Schnitt zufriedener und psychisch gesünder!
00:07:07: Und jetzt kommt's... leiden häufiger an emotionalen und auch an körperlichen Beschwerden.
00:07:16: Die Harvard-Studie hat sogar noch eine Art Doppelbelastungseffekt gezeigt, in unglücklichen Beziehungen verschlechterte sich nämlich bei körperlichem Schmerzen zusätzlich die Stimmung der Menschen.
00:07:30: Der Körper tut ihr weh – und die schlechte Beziehung liegt da emotional.
00:07:33: nochmal was obendrauf!
00:07:35: Und es gibt auch noch eine ältere Studie aus dem Jahr Das körperliche Wunden bei Frauen, die unter dauerhaftem Beziehungsstress standen im Durchschnitt neun Tage länger gebraucht haben um zu heilen.
00:07:50: Neun Tage!
00:07:52: Das zeigt, Beziehungss.
00:07:53: Stress ist nichts was nur im Kopf passiert.
00:07:56: der beeinflusst den ganzen Körper bis in die Wundheilung hinein.
00:08:01: Was ich damit sagen will eine dauerhaft unglückliche Beziehungen ist eben keine sichere Komfortzonenoption.
00:08:09: Sie hat echte, messbare Kosten körperlich und psychisch.
00:08:13: Jetzt könntest du sagen okay dann ist Trennung wohl die bessere Wahl?
00:08:17: Nee so einfach ist das jetzt auch nicht!
00:08:20: Wir müssen uns nämlich noch anschauen was die Forschung über das andere Szenario sagt – über die Trennungen.
00:08:26: Es gibt dazu eine ziemlich aktuelle Studie von Iris Waring und ihrem Team an der Humboldt Uni Berlin aus dem Jahr zwanzig vierundzwanzig.
00:08:34: Die haben über tausendfünfhundert Menschen untersucht die kürzlich eine Trennung erlebt hatten.
00:08:40: Und das Ergebnis?
00:08:41: Auch eine Trenchung ist erst mal schlecht für Körper und Seele, bei Männern und Frauen nahmen die Lebenszufriedenheit und die psychische Gesundheit im Zuge der Trennungen im Schnitt gleich stark ab.
00:08:53: Auch die Einsamkeit nahm in beiden Gruppen erstmal zu – überraschend war übrigens ein wirklich signifikantem Einbruch erlebten Verheiratete nicht so sehr die Unverheirater getrennten!
00:09:06: Und weder Alter noch Kinder, noch Einkommen machten dabei den Unterschied.
00:09:10: Sondern allein die Tatsache, dass hier eine Ehe auseinander ging.
00:09:15: Aber – und das ist jetzt die gute Nachricht!
00:09:17: Bei einer Trennung bleibt der verschlechterte Zustand meistens nicht so.
00:09:21: Die Forschung beschreibt einen sogenannten Erholungseffekt, der nach etwa zwei Jahren nach der Trennung deutlich sichtbar wird.
00:09:28: Nach ungefähr zwei Jahren erreichen viele Menschen ihr früheres Wohlbefinden wieder Und langfristig ist sogar noch etwas möglich.
00:09:35: Es gibt Forschung zu dem sogenannten stressbedingten Wachstum, die zeigt dass Menschen an schweren Erfahrungen wachsen können das einem nach Beziehungsverlust innere Stärke und Reife entstehen können und das Gefühl das eigene Leben wieder selbst in der Hand zu haben.
00:09:51: Das ist nicht garantiert aber ich persönlich beobachte das oft.
00:09:55: So fassen wir die Forschung nochmal kurz zusammen.
00:09:58: erstens Eine dauerhaft unglückliche Beziehung schadet der Gesundheit messbar.
00:10:04: Sie ist keine sichere Bank!
00:10:06: Zweitens, eine Trennung tut weh und verschlechtert deine psychische Gesundheit ebenfalls – aber man erholt sich meistens wieder.
00:10:14: Der Horizont sind etwa zwei Jahre.
00:10:16: Und drittens an einer Trennung kann man ihm nach hinein persönlich wachsen.
00:10:21: Gut ein paar Forschungsergebnisse allein reichen natürlich bei weitem nicht aus um zu einer Entscheidung in die Frage soll ich gehen oder bleiben?
00:10:27: zu kommen?
00:10:28: Das ist allenfalls good to know, aber keine echte individuelle Entscheidungshilfe.
00:10:33: In der systemischen Arbeit haben wir eine Menge richtig guter Coaching-Tools die einem helfen Klarheit für sich zu finden.
00:10:41: Eines davon zeige ich dir jetzt in den Coaching Tipps.
00:10:48: Meine Coaching Tips richten sich an psychisch gesunde Menschen.
00:10:51: Wenn es dir gerade sehr schlecht geht und das schon länger als zwei Wochen anhält sucht ihr bitte unbedingt professionelle Unterstützung.
00:10:58: Und noch etwas Wenn in deiner Beziehung Nebeneinsamkeit auch körperliche oder emotionale Gewalt im Spiel ist, dann ist abwägen keine Option.
00:11:07: Dann heißt es ganz klar gehen.
00:11:10: Entsprechende Hilfsangebote und nummerend findest du in den Show-Notes.
00:11:14: Das Tool das ich Maria angeboten habe heisst das Tetralemma Klingt erstmal sperrig!
00:11:20: Ist aber richtig hilfreich gerade bei solchen Zwickmühlen.
00:11:24: Ich erkläre es dir hier Für dich auch mal ausprobieren, wenn du in einer Entscheidungssituation steckst.
00:11:30: Das Problem bei gehen oder bleiben ist nämlich dass wir in einem Entweder-Oder feststecken.
00:11:35: Wir pendeln hin und her.
00:11:37: Mal überwiegen die Argumente fürs Bleiben Mal die fürs Gehen.
00:11:41: Man dreht sich im Kreis und kommt einfach nicht raus.
00:11:44: Und das Tetralemma sagt jetzt Moment Es gibt nicht nur zwei Möglichkeiten.
00:11:49: Es gibt fünf Genau Fünf!
00:11:53: Es gibt eins, das eine Es gibt zweitens das andere.
00:11:59: Es gibt drittens beides, viertens keins von beiden und fünftens ganz was anderes.
00:12:09: Mit Maria haben wir die Optionen für sie wie folgt ausgearbeitet.
00:12:15: Option eins Das eine.
00:12:18: Das ist die Situation wie sie jetzt isst.
00:12:21: Bei Maria war es ich bleibe in meiner Ehe Und nichts ändert sich.
00:12:26: Option zwei, das andere ist das Gegenteil der Ist-Situation.
00:12:31: Also das wäre die Trennung vom Ehemann in Marias Fall und bei ihr war es auch noch zusätzlich die Hoffnung eine neue glücklichere Partnerschaft in der Zukunft zu finden.
00:12:43: Option drei beides ist eine Kombination aus dem einen und dem anderen.
00:12:50: Für Maria hieß dass ich bleibe beim Mann Aber wir arbeiten konkret gemeinsam an einer neuen erfüllenderen Beziehung.
00:12:59: Option vier, keins von beiden.
00:13:01: Auf diese Option musste Maria zunächst etwas herumdenken was das für sie bedeuten könnte.
00:13:07: Sie entschied sich für Ich ziehe aus Wir vereinbaren eine Pause der Ehe Keine Trennung und wir schauen was es mit uns macht.
00:13:16: Und zuletzt Option fünf ganz was anderes.
00:13:19: Hier geht es darum sein Geist für etwas ganz Neues zu öffnen.
00:13:23: Gibt es vielleicht einen größeren Zusammenhang in diesem Problem?
00:13:27: Nach langem Überlegen war für Maria klar, ganz was anderes heißt für sie ich trenne mich suche gar nicht nach einem neuen Partner und starte ein neues Leben nur für mich.
00:13:40: Nach meinen Vorstellungen vielleicht sogar im Ausland.
00:13:44: Es ist wichtig zu sagen dass die Optionen für jeden etwas anderes bedeuten können.
00:13:48: das ist ganz individuell und je nach Situation anders.
00:13:52: Ich habe dir jetzt Marias Optionen als Beispiel gegeben.
00:13:55: Für dich kann jetzt aber etwas ganz anderes dabei rauskommen.
00:13:58: Wenn du alle fünf Option für Dich hast schreibst Du sie auf jeweils ein Blatt Papier und verteilst die Papiere mit etwas Abstand auf dem Boden.
00:14:08: Dann stellst Du Dich nacheinander auf die Papier Und fühlst Dich in Deine Option herein So, als wären Sie schon Realität geworden.
00:14:18: Frag Dich jetzt Was fühle ich hier?
00:14:20: Was denke ich?
00:14:22: Wie reagiert mein Körper?
00:14:25: Gehe so alle Optionen durch und schaue, auf welche Option du dich am wohlsten und auf welcher am unwohlsten gefühlt hast.
00:14:33: Und jetzt das Wichtigste am Tetralemmer – dass viele auch überrascht!
00:14:37: Du musst dich am Ende gar nicht entscheiden.
00:14:39: Das ist auch nicht Ziel der Übung.
00:14:41: Das Ziel ist, dass du dich einmal bewusst mit allen Möglichkeiten auseinandergesetzt hast Denn das löst meistens die Blockade.
00:14:51: Und es passiert auch etwas Schönes!
00:14:53: Du erlebst die Kraft, aller Optionen hautnah.
00:14:56: Selbst wenn du dich am Ende fürs Gehen entscheidest nimmst du etwas von der Option beides mit.
00:15:02: Selbst Wenn du bleibst hast du die Option.
00:15:05: ich gehe einmal ernsthaft gespürt und dann bleibste nicht mehr aus Angst sondern im besten Fall aus einer inneren Klarheit heraus.
00:15:17: Zunächst war sie bei der Option Beides.
00:15:19: Sie wollte ihren Mann dafür gewinnen, in der Beziehung wieder mehr Nähe und Kommunikation herzustellen – vielleicht in einer gemeinsamen Paartherapie?
00:15:27: Leider war ihr Mann überhaupt nicht offen.
00:15:30: Danach entschied sich Maria für Option Fünf etwas ganz anderes aber ihr seht hier sehr deutlich!
00:15:36: Sie hat Optionen gewählt die andere waren als einfach nur das Gehen oder Bleiben.
00:15:42: Das ist letztlich das, was Crutching auch tun soll – den Horizont erweitern und dadurch diesen engen Problemblick abzulegen.
00:15:49: Und was wurde aus Maria?
00:15:51: Als ich sie jetzt kürzlich anrief um Sie zu fragen ob Ich Ihre Geschichte hier erzählen darf war sie gerade mit Freunden auf einer Wanderung in den Bergen.
00:16:00: Sie ist geschieden und lebt allein aber sie ist nicht mehr einsam.
00:16:04: Sie sagte mir, sie sei so frei und glücklich wie lange nicht mehr!
00:16:11: Wie immer möchte ich dir zum Schluss eine kleine Geschichte mitgeben.
00:16:15: Es ist das Bild vom polinesischen Segeln, dass einer meiner Lehrer der systemische Therapeut Gunter Schmidt geprägt hat.
00:16:22: Vor vielen hundert Jahren haben die polinesen Völker im Südpazifik Hunderte von kleinen Inseln besiedelt.
00:16:28: Sie sind dafür viele viele Meilen übers offene Meer gesegelt.
00:16:32: sie hatten aber keine Seekarten keinen Kompass kein GPS.
00:16:36: sie brachen einfach auf ohne genau zu wissen ob und wann sie eine Insel erreichen würden.
00:16:43: Sie haben eine Richtung gewählt, uns sind dann so gesegelt als ob ihr Ziel genau in dieser Richtung läge.
00:16:50: Sie hatten nur eine grobe Vision nämlich die dass sie irgendwo ankommen werden Und während der ganzen fahrt haben sie ununterbrochen ihre umgebung gelesen den wind Die Sterne Den Wellengang Den Flugtervögel Die Form Der Wolken.
00:17:06: Mit all diesen zeichen haben sie ihren kurs immer wieder neu korrigiert mitten auf offener See.
00:17:12: Sie haben sich dabei übrigens nicht nur nach vorne orientiert, zum Ziel hin sondern auch nach hinten zu ihrem Ausgangspunkt.
00:17:20: Sie wussten immer wo sie her kamen und sie wussten sie können sich auf sich verlassen – auf ihre Segelfähigkeiten, auf ihre Sinne und ihre Intuition.
00:17:30: Gunter Schmidt sagt genau das ist die Fähigkeit wie wir wenn es unsicher wird brauchen!
00:17:35: Nicht alles vorher kontrollieren zu wollen Nicht erst losgehen, wenn wir hundertprozentige Gewissheit über das Ergebnis haben.
00:17:43: Denn die werden wir wahrscheinlich nie bekommen.
00:17:46: Sondern es geht darum eine Richtung zu wählen und dann in Kontakt zu bleiben mit dem was um uns herum und in uns passiert Und halt immer wieder nachzusteuern.
00:17:57: Für deine Frage gehen oder bleiben heißt das Vielleicht kannst du deine Insel oder dein Ziel noch gar nicht sehen.
00:18:06: Vielleicht weißt du heute noch nicht, wo du in zwei Jahren ankommst und das ist völlig in Ordnung.
00:18:11: Du musst es nicht wissen!
00:18:13: Du brauchst nur eine Richtung zu wählen – für jetzt.
00:18:17: Und dann bleibst du im Kontakt mit dem was dein Körper dir sagt Was deine Bedürfnisse dir sagen Was die kleinen Zeichen in deinem Alltag dir sagen.
00:18:24: Du darfst auf dich vertrauen Wer du bist und was du kannst Und du darfst deinen Kurs immer wieder korrigieren.
00:18:31: Du musst nicht den perfekten Plan haben Du darfest navigieren statt etwas anzusteuern.
00:18:37: Und genau das, dieses lebendige mutige Navigieren im Ungewissen ist oft viel zielführender und kraftvoller als jede vermeintlich durchgeplante Entscheidung.
00:18:50: So du lieber Mensch da draußen!
00:18:52: Wenn dir diese Folge gefallen hat oder dir vielleicht sogar ein Stück weiter geholfen hat dann freue ich mich wenn Du sprichst schon eine Liebe abonnierst.
00:19:00: damit hilfst du mir wirklich dass noch mehr Menschen meinen Podcast finden können.
00:19:05: Und wenn du dich mit einem Beziehungsthema herumschlägst und Fragen hast, schau gerne mal auf meiner Website vorbei.
00:19:10: Diebeziehungsschmiede.de.
00:19:13: Wie immer ich freue mich auf Dich!
00:19:14: Deine Sarah.
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