12 Eltern: Wie können wir uns achtsam trennen?
Shownotes
Eine Trennung ist für Eltern und Kinder wie ein Erdbeben - alles wird erschüttert. Die Frage ist nur, wie viel Schaden dadurch bei allen Beteiligten angerichtet wird. In dieser Folge geht es darum, wie Eltern sich “achtsam” trennen können - also die Erschütterung der Trennung bei ihren Kindern so gering wie möglich zu halten.
Du erfährst, was die Forschung über Trennungskinder sagt - was ihnen hilft und was ihnen schadet.
Außerdem gibt es konkrete Coaching-Tipps für das Trennungsgespräch, den Alltag nach der Trennung und den Umgang mit schwierigen Gefühlen.
Du erfährst:
- wann eine Trennung für Kinder besser sein kann als ein dauerhaft konfliktreiches Zusammenleben
- welche langfristigen Folgen eine Trennung für Kinder tatsächlich haben kann
- warum Loyalitätskonflikte, schlechte Worte über den anderen Elternteil und Parentifizierung besonders belastend sind
- worauf es beim Wechselmodell und bei anderen Betreuungsmodellen ankommt
- wie ihr euren Kindern die Trennung altersgerecht mitteilen könnt
- wie ihr mit Struktur, Selbstfürsorge und einer sachlichen Elternbeziehung Sicherheit schafft
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Transkript anzeigen
00:00:03: Vielleicht wundert es dich, wenn ich dir jetzt sage dass mein Job als Partherapeuten zu einem großen Teil aus Trennungsberatungen besteht.
00:00:21: Ich würde schätzen mindestens mal zu einem Drittel.
00:00:25: Wie kommt das?
00:00:26: Manchmal finden Paare während einer Partherapie heraus Das Trennung doch der bessere Weg für sie wäre und dann helfe ich ihnen bei diesem Schritt.
00:00:34: Manchmal kommen Menschen alleine zu mir, mit dem Wunsch sich zu trennen oder weil sie verlassen wurden.
00:00:41: Und es kommen auch Paare in meine Praxis um sich gezielt dabei unterstützen zu lassen wie Sie Ihre Trennung so umsetzen dass die Kinder möglichst wenig darunter leiden.
00:00:51: und genau darüber möchte ich heute in dieser Folge sprechen über die Frage Wie können wir uns als Paar trennen und dabei die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen?
00:01:02: Ich persönlich nenne das achtsame Trennung.
00:01:06: Das ist aber kein Fachbegriff!
00:01:08: In der Fachsprache nennt man das eher bewusste Trennung, kindeswohl orientierte Trenning oder kooperatives Co-Parenting.
00:01:18: Ich finde aber achtsam bringt viel mehr auf den Punkt worauf es mir persönlich ankommt Auf die Kinder zu achten ihre Gefühle zu achte und an ihnen in dieser schwierigen Phase sehr aufmerksam dran zu bleiben, achtsam eben.
00:01:37: Für Eltern die sich trennen ist das nicht einfach.
00:01:40: sie sind oft selbst in einem emotionalen Ausnahmezustand durch die Trennung und all die Veränderungen Probleme und Ängste die damit einhergehen können.
00:01:49: Deshalb es ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit Eltern und indirekt dadurch auch die Kinder an diesem Punkt zu unterstützen.
00:01:58: Vielleicht stehst du ja gerade an diesem Punkt und suchst für dich Antworten und Orientierung.
00:02:05: Genau dafür möchte ich dir in dieser Podcastfolge die vier häufigsten Fragen, die mir zum Thema achtsame Trennung immer wieder gestellt werden beantworten – auch gleich noch meine wichtigsten Tipps aus der Praxis dazu mitgeben!
00:02:19: Die vier Fragen sind Ist es für Kinder besser sich zu trennen oder unglücklich zusammenzuleiben?
00:02:26: Nehmen meine Kinder durch die Trennung dauerhaft Schaden?
00:02:29: Was schadet Kindern bei einer Trennung eigentlich am meisten?
00:02:33: und Wechselmodell oder überwiegend bei einem Elternteil, was ist eigentlich besser.
00:02:40: Ich habe für euch für alle vier Fragen den aktuellen Forschungsstand recherchiert – und denen gibt es jetzt hier im psychologischen Background-Check!
00:02:51: Ist es für die Kinder besser sich zu trennen oder als Paar unglücklich zusammenzuleiben?
00:02:57: Diese Frage wird mir oft gestellt, vor allem wenn sich einer der Partner mit Trennungsgedanken herumschlägt und in der Partnerschaft unglücklich ist.
00:03:05: Das ist dann so ein Abwägen!
00:03:07: Was wiegt schwerer?
00:03:09: Das Glück der Kinder oder mein eigenes Glück?
00:03:12: Darf ich mein persönliches Glück vor den Wunsch meiner Kinder nach einer vermeintlich heilen Familie stellen?
00:03:19: Oder ist es vielleicht besser für die Kinder zusammen zu bleiben und die Zähne zusammenzubeißen?
00:03:25: Was ist denn jetzt wirklich das Beste für die Kinder?
00:03:28: Die ehrliche Antwort der Forschung lautet, es kommt darauf an.
00:03:32: Und zwar kommt es darauf an wie viel offenen Streit die Kinder zu Hause erleben.
00:03:39: Einer der bedeutendsten Forscher im Gebiet der Ehre Scheidungs- und Familienforschung ist Paul Amato, Soziologieprofessor an der Pennsylvania University in den USA.
00:03:51: Er fand in einer bekannten Langzeitstudie, die über zwanzig Jahre lief heraus Kinder, die in einer konfliktreichen Familie aufwachsen, in der die Eltern zwar zusammenbleiben aber ständig streiten geht es im Schnitt schlechter als Scheidungskindern.
00:04:07: Dauerhafter offener Streit unter einem Dach schadet Kindern wirklich mehr als eine Trennung.
00:04:14: er unterscheidet dabei zwischen High-Konflikt und Low-KONFLIKT Familien.
00:04:19: Heilkonflikt bedeutet chronischer Streit, offene Feindseligkeit und schlimmstenfalls sogar emotionale und körperliche Gewalt zwischen den Eltern.
00:04:29: In diesen Familien wachsen Kinder unter dauerhaftem chronischen Stress auf was häufig emotionale unsoziale Folgeschäden für die Kinder bedeutet.
00:04:39: Eine Trennung beendet im besten Fall für die Kinder diesen Stress und kann wieder zu mehr Harmonie, Ausgeglichenheit und somit auch zu mehr psychischer Gesundheit beitragen.
00:04:49: In Low-Konfliktfamilien gibt es vielleicht Langeweile oder Gleichgültigkeit zwischen den Eltern.
00:04:55: Die Kinder erleben aber keine sichtbaren Streits oder Konflikte – das Familiensystem wirkt auf sie intakt und stabil.
00:05:04: Für Kinder aus low-konflikt Familien kommt die Trennung oft überraschend!
00:05:08: und kann je nach Alter der Kinder deren Urvertrauen in ihre Sicherheit beschädigen.
00:05:13: Amato fand heraus, dass diese Kinder im erwachsenen Alter öfter Probleme in Liebesbeziehungen und mehr soziale Ängste aufweisen.
00:05:21: Amatos Studie hat auch gezeigt – nur etwa ein Drittel aller Trennungen geht wirklich aus einer High-Konflikt-Beziehung hervor!
00:05:28: Zwei Drittel der Trennung erwischen die Kinder also eher aus heiterem Himmel.
00:05:32: Und das sind meistens die Paare, die ich bei mir in der Praxis begleite.
00:05:38: Denn natürlich kann man nicht von Paaren erwarten, dass sie ausschließlich für die Kinder zusammen bleiben und dabei unglücklich nebeneinander herleben.
00:05:46: In einer unglücklichen Beziehung zu verharren kann nachweislich krank machen – das habe ich ja schon in der Folge einsam in der Ehe besprochen!
00:05:54: Wie schwierig die Trennung für die Kind im Nachhinein wird können Eltern mit Low-Konflikt tatsächlich beeinflussen?
00:06:01: Es geht darum wie man sich trennt aber dazu gibt es später noch konkretes in den Coaching-Tipps.
00:06:09: Kommen wir zur Frage zwei, nehmen meine Kinder durch die Trennung dauerhaft Schaden?
00:06:13: Hinter dieser Frage steht die größte Angst aller Eltern.
00:06:17: Niemand möchte dafür verantwortlich sein dass es den Kindern schlecht geht sie leiden oder sogar psychische Probleme im Verlauf des Lebens entwickeln.
00:06:26: auf diese Frage gibt es eine ehrliche aber tröstliche Antwort Ja, im Durchschnitt gibt es messbare Nachteile für Trennungskinder.
00:06:34: Aber die sind klein und die große Mehrheit der Kinder entwickelt sich langfristig völlig unerfällig.
00:06:40: Schauen wir kurz auf die Zahlen – ich mache das ganz verständlich!
00:06:44: Der Forscher Paul Amato, den ich eben schon erwähnt habe hat ausgerechnet wie groß die Nachteilen für Scheidungskinder wirklich sind in verschiedenen Bereichen wie Schulleistungen, Sozialverhalten oder Selbstwert.
00:06:57: In der Psychologie müsste man so etwas mit einer Zahl der sogenannten Effektstärke.
00:07:02: Und da gilt als Fausregel, ein Wert von Null, zwei ist ein kleiner Effekt.
00:07:08: Die allermeisten Werte die in dieser Forschung heraus kamen liegen genau in diesem kleinen Bereich oder sogar darunter.
00:07:15: Am größten war der Effekt beim Sozialverhalten und bei der Beziehung zum Vater.
00:07:20: Da spielt oft eine Rolle dass der Kontakt zum Papa nach einer Trennung leider häufig weniger wird.
00:07:25: Bei der Schulleistung war der Nachteil schon deutlich kleiner.
00:07:29: Und das finde ich besonders tröstlich.
00:07:31: ausgerechnet beim Selbstwert und bei der seelischen Anpassung, war der Effekt am allerschwächsten – fast nicht messbar!
00:07:39: Genau das wovor Eltern am meisten Angst haben.
00:07:43: Mein Kind wird für immer selisch beschädigt sein ist also im wenigsten der Fall.
00:07:48: Noch anschaulicher wird es durch die Langzeitforschung einer anderen Forscherin Mavis Heatherington.
00:07:55: Sie hat über dreißig Jahre tausende Familien begleitet.
00:07:59: Ihr Ergebnis?
00:08:01: Rund seventy- bis eighty Prozent der Scheidungskinder sind als junge Erwachsene psychisch völlig unerfällig.
00:08:08: Nur zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent zeigen ernstere Probleme, zum Vergleich in Familien ohne Scheidungen sind das rund zehn Prozent.
00:08:17: Das Risiko ist also leicht erhöht aber drei von vier Kindern kommen langfristig gut durch.
00:08:25: Und noch etwas, das vielen Eltern hilft.
00:08:27: Die akute Krise nach einer Trennung dauert bei den meisten Kindern etwa zwei Jahre.
00:08:33: Danach stabilisieren sich die Allermeisten wieder.
00:08:36: Ich weiß, dass Zahlen und Statistiken einem in der eigenen Betroffenheit manchmal wenig helfen Aber ich finde diese Forschung deshalb so wichtig Weil sie auch etwas nehmen kann Dieses Bild vom kaputten Scheidungskind Das man so oft im Kopf hat.
00:08:51: Dieses Bild stimmt schlicht nicht.
00:08:54: Die allermeisten Schildungs- oder Trennungskinder werden stabile, beziehungsfähige glückliche Erwachsene.
00:09:01: Manche sagen im Blick sogar dass sie durch die Art wie ihre Eltern das gemeistert haben etwas fürs Leben gelernt haben.
00:09:08: auch ein sehr wichtiger Aspekt.
00:09:11: Nun zu Frage drei Was schadet Kindern bei einer Trennung am meisten?
00:09:17: Jetzt kommt das Wichtigste Wenn du bis jetzt nur so halb zugehört hast bitte schenk mir für diese Frage deine ganze Aufmerksamkeit Denn dieser Punkt ist nicht nur sehr entscheidend, sondern auch der mit dem sich fast alle Paare in Trennungen schwer tun.
00:09:33: Die Antwort lautet – am meisten schadet Kindern in einer Trennung das Gefühl zwischen den Eltern zu stehen und das passiert wenn man unachtsam ist leider sehr schnell!
00:09:44: Eine bekannte Stanford-Studie hat herausgefunden Kinder und Jugendliche, die sich zwischen den Eltern gestellt fühlten zeigten deutlich mehr Depressionen, mehr Ängste und mehr Verhaltensauffälligkeiten.
00:09:57: Spätere Untersuchungen haben gezeigt dass dieser Effekt sogar bis ins Erwachsenenalter nachwirkt.
00:10:04: Was heißt das konkret?
00:10:05: Was schadet dem Kind genau?
00:10:07: Zum Beispiel Wenn ich den anderen Elternteil vor dem Kind schlecht mache wenn ich das Kind ausfrage was denn beim Papa oder bei der Mama so läuft.
00:10:18: Wenn ich das Kind Nachrichten überbringen lasse, sagt deinem Vater er soll endlich das Geld überweisen.
00:10:25: Wenn Ich das Kind zwinge sich auf eine Seite zu stellen oder gegen die neuen Partner Oder wenn ich mein Kind emotional zu meinem Partner Ersatz mache ihm meinen ganzen Koma Auflade.
00:10:36: Das nennt man Parentifizierung.
00:10:38: Das Kind wird quasi zum kleinen Erwachsenen gemacht Zum Seelendröster für Mama und Papa Und das ist eine unzumutbare Last für Kinderschultern.
00:10:48: Ich möchte an dieser Stelle etwas ganz Wichtiges sagen, weil ich weiß wie das im echten Leben ist.
00:10:54: Fast alle Eltern tun so etwas irgendwann mal – meistens nicht aus Boßheit sondern weil sie gerade selber so verletzt und erschöpft sind.
00:11:02: Da rutscht einem Mal ein bitterer Satz über den Ex-Partner raus.
00:11:06: Das macht dich nicht zu einer schlechten Mutter oder einen schlechten Vater.
00:11:09: Es geht dir nicht Um Perfektion.
00:11:12: Es geht darum, dass diese Dinge nicht zum Dauerzustand werden und das du wenn dir mal etwas rausrutscht es wieder gerade biegen kannst.
00:11:20: Dass Du achtsam bleibst und das einfach immer im Hinterkopf behältest!
00:11:26: Und jetzt kommt noch etwas vielleicht Überraschendes aus der Forschung.
00:11:30: Es gibt eine Studie mit dem schönen Titel Reconsidering the Good Divorce also die gute Scheidung neu betrachtet Und die hat herausgefunden betont freundschaftliches Co-Parenting, also ganz demonstrativ.
00:11:47: Ach hier sind jetzt nach der Trennung beste Freunde und haben uns immer noch furchtbar lieb?
00:11:51: Das macht die Kinder gar nicht automatisch messbar glücklicher!
00:11:56: Wichtiger als diese demonstrative Harmonie ist etwas anderes – den Konflikt und den Loyalitätsdruck von den Kindern fernzuhalten und dass beide Eltern verlässlich präsent bleiben, um möglichst viel Stabilität im persönlichen Umfeld zu ermöglichen.
00:12:11: Das finde ich eine große Entlastung denn es bedeutet du musst mit deinem Ex-Partner keine besten Freunde sein.
00:12:19: ihr müsst nicht zusammen Weihnachten feiern und euch umarmen.
00:12:22: Eine sachliche konfliktarme Elternbeziehung reicht völlig aus.
00:12:26: also halte deine Kinder aus dem Konflikt heraus.
00:12:29: Streit gehört zwischen die Erwachsenen niemals vor die Kinder und niemals durch die Kinder hindurch.
00:12:36: Kommen wir jetzt zur letzten Frage, was ist besser?
00:12:39: Das Wechselmodell oder überwiegend bei einem Elternteil zu leben?
00:12:43: An dieser Frage reiben sich viele Eltern richtig auf Wo-und wie sollen die Kinder eigentlich ab sofort wohnen?
00:12:49: Machen wir das Wechselmodell also abwechselnd beim einen oder beim anderen ungefähr halbe halbe?
00:12:55: Oder wohnt das Kind überwiegen bei einem elternteile Und dem Anderen bleibt mal ein Tag oder das Wochenende?
00:13:02: Auch zu dieser Frage gibt es klare Forschung, aber auch eine wichtige Einschränkung.
00:13:07: Zuerst die Zahlen und diese sind erstmal beeindruckend.
00:13:10: In Schweden gibt es die große Bergström-Studie teilweise mit über fünfzigtausend Kindern – und sie haben gezeigt, Kinder im Wechselmodell geht es bei fast allen Messwerten besser, körperliche Gesundheit, seelisches Wohlbefinden, Stimmung, Selbstbild bzw.
00:13:25: den Eltern sogar bei den Leistungen in der Schule.
00:13:30: Und auch für Deutschland gibt es passende Daten.
00:13:33: Die sogenannte Fahrmot-Studie der Universitäten Marburg und Duisburg kommt zu dem Schluss, dass das Wechselmodell – dem klassischen Modell also Kind wohnt bei einem Elternteil – beim Wohlbefinden von Kindern und Eltern mindestens ebenwürdig ist.
00:13:47: Jetzt aber die entscheidende Einschränkung!
00:13:51: Diese Zahlen haben einen kleinen Haken den Fachleute einen Selektionseffekt nennen.
00:13:57: Was heißt das?
00:13:58: Ganz einfach Eltern, die sich freiwillig für ein Wechselmodell entscheiden sind im Schnitt sowieso schon die Kooperative.
00:14:05: Sie streiten weniger sie wohnen ja beieinander sie haben oft mehr finanzielle Möglichkeiten.
00:14:11: Der Vorteil liegt also nicht nur am Modell selbst sondern wahrscheinlich zu einem großen Teil an diesen Eltern.
00:14:19: Und eins gibt es trotz der Studienlage auch noch zu beachten Bei hochstrittigen Eltern, die sich ständig in den Haaren liegen kann das Wechselmodell dem Kind sogar schaden weil jede Übergabe zu einer neuen Gelegenheit verstreit werden kann.
00:14:34: Die Voraussetzungen für ein gutes Wechsel-Modell sind also wenig Konflikt, gute Kommunikation, räumliche Nähe und dass das Modell zum Kind passt und nicht bloß zur Gerechtigkeitsrechnung der Eltern nach dem Motto Also ich will jetzt aber genau die Hälfte.
00:14:50: Für die Praxis heißt es Lass dich nicht von einem Ideal unter Druck setzen.
00:14:55: Es gibt nicht das eine richtige Modell für alle, die viel bessere Frage als was ist objektiv und das Beste ist?
00:15:03: Was passt zu unserem Kind, seinem Alter oder dem Temperament?
00:15:07: Und was können wir beide als Eltern gerade wirklich leisten ohne uns dabei ständig zu
00:15:11: bekommen?".
00:15:12: Ein Modell, das auf dem Papier gerecht aussieht aber jede Woche zu einem Kleinkrieg führt ist für das Kind auf jeden Fall schlechter als eine unspektakuläre Lösung bei der einfach mal Ruhe herrscht.
00:15:25: Meine Botschaft lautet deshalb Das Wechselmodell ist für viele Familien eine richtig gute Lösung Aber eben nur wenn ihr als Eltern konfliktarm zusammenarbeiten könnt.
00:15:37: Nicht das Modell macht die Kinder glücklich sondern Konfliktarme verlässliche Präsente Eltern.
00:15:44: Fassen wir die vier Kernbotschaften aus diesem Teil nochmal zusammen.
00:15:48: Erstens Bei viel offenen Streit ist eine gute Trennung meist besser als das Zusammenbleiben.
00:15:54: Zweitens Die Nachteile für Kinder sind im Schnitt klein, drei von vier Kindern kommen langfristig gut durch eine Trennung hindurch.
00:16:03: Drittens Am meisten schadet es wenn Kinder zwischen den Eltern stehen.
00:16:08: und viertens Nicht das Betreuungsmodell ist entscheidend, sondern ob ihr Konfliktarm zusammenarbeiten könnt.
00:16:16: So und wie macht man das jetzt konkret?
00:16:19: Das verrate ich euch jetzt wie versprochen in meinen Coaching-Tipps!
00:16:26: Tipp eins – Wie sagt ihr es den Kindern?
00:16:29: Dass die Situation von der viele Eltern große Angst haben wenn es irgendwie möglich ist führt dieses Gespräch zu zweit aber mit einer vorher abgestimmten Botschaft Kein Elternteil beschuldigt von den Kindern, den anderen.
00:16:44: Ihr tretet als Eltern Team auf – auch wenn ihr kein Paar mehr seid!
00:16:48: Es gibt drei Gewissheiten mit denen jedes Kind aus diesem Gespräch herausgehen sollte.
00:16:54: Erstens es ist nicht meine Schuld.
00:16:57: Zweitens ich verliere niemanden.
00:17:01: und drittens Ich darf weiterhin beide gleich lieb haben.
00:17:06: Kinder beziehen eine Trennung fast immer auf sich.
00:17:09: Sie haben oft Schuldgefühle nach dem Motto, hätte ich nur nicht so viel Ärger gemacht.
00:17:14: Es ist wichtig dass das Kind versteht, dass es an der Trennung keine Schuld trägt.
00:17:19: Wie so ein Gespräch anfangen kann formuliere ich dir mal beispielhaft damit du einen Gefühl dafür bekommst.
00:17:25: Zum Beispiel So Wir haben uns entschieden Nicht mehr als Paar zusammen zu sein.
00:17:33: wir werden also getrennt wohnen.
00:17:36: Aber eins ändert sich nicht.
00:17:38: Wir bleiben gemeinsam eure Eltern und wir haben euch beide ganz genau so lieb wie immer, also keine Schulzuweisung kein der Papa hat eine neue Freundin oder die Mama will sich trennen und sie hat mich nicht mehr lieb.
00:17:52: und keine erwachsenen Details nur das was das Kind für seine Sicherheit braucht Und formuliert die Botschaft altersgerecht.
00:18:01: kleine Kinder brauchen vor allem konkrete praktische Antworten.
00:18:05: Wo schlafe ich jetzt?
00:18:06: Wann sehe ich Papa und wann sehe ich Mama?
00:18:09: Bleibt mein Kinderzimmer?
00:18:11: Schulkinder wollen einen kindgerechten Grund verstehen.
00:18:15: Und Jugendliche vertragen und fordern oft Ehrlichkeit, aber bitte ohne dass ihr sie zu sehr mit den Details eurer Erwachsenenkonflikte belastet.
00:18:24: Achtet auch auf das Timing!
00:18:26: Für dieses Gespräch nicht kurz vor der Schule sondern wenn der nach Zeit und Nähe da ist, idealerweise vor einem ruhigen Wochenende wo noch Gespräche und Begleitung möglich sind.
00:18:37: Und auch erst dann, wenn die Entscheidung wirklich feststeht – ein Kind mit einem vielleicht trennen wir uns zu belasten es Gift!
00:18:46: Und ganz wichtig so ein Gespräch ist nur der Anfang, kommuniziert auf jeden Fall.
00:18:51: du darfst uns immer alles fragen und auch alles sagen und alle Gefühle, Tipp zwei, setzt euch eure eigene Sauerstoffmaske bitte zuerst auf.
00:19:04: Das klingt erstmal Paradox wenn man doch das Beste für die Kinder will.
00:19:08: aber die Forschung ist da eindeutig der beste Schutz für dein Kind ist ein stabiler Elternteil.
00:19:15: Deine Präsenz und deinen Einführungsvermögen ist der entscheidende Hebel Und die bricht genau dann ein wenn du selbst im Trennungsschmerz versingst.
00:19:24: Wenn Du erschöpft überfordert oder sogar depressiv bist Kannst du nicht die verlässliche Bezugsperson sein, die dein Kind gerade so dringend braucht?
00:19:33: Deshalb.
00:19:34: Selbst für Sorge ist bei einer Trennung kein Luxus sondern eine Notwendigkeit.
00:19:39: Such dir Unterstützung!
00:19:41: Bei Freunden, Familie, einer Therapeuten, einer Beratungsstelle.
00:19:46: Sorg dafür dass du schläfst das du isst das auch manchmal durchatmen kannst wenn die Kinder beim anderen Elternteil sind und erlaube dir den Trennungsschmerz zu fühlen Aber möglichst dann, wenn die Kinder es nicht mitbekommen müssen.
00:20:02: Alles was dich stabil hält, hält am Ende auch deine Kinder stabil.
00:20:06: Tipp drei Führt eine Art Geschäftsbeziehung als Eltern.
00:20:11: Ich habe ja eben schon erwähnt ihr müsst keine besten Freunde sein.
00:20:15: Stell dir eure neue Eltern-Beziehungen vor wie eine sachliche höfliche Geschäfts Beziehung So als hättet ihr zusammen ein gemeinsames sehr wichtiges Projekt zu leiten.
00:20:26: Und dieses Projekt heißt eure Kinder.
00:20:29: Sachlich, respektvoll, verlässlich – mehr braucht es nicht!
00:20:33: Wenn der Konflikt zwischen euch noch sehr hoch ist dann gibt es dafür ein bewährtes Modell die sogenannte parallele Elternschaft.
00:20:41: das bedeutet klare Absprachen aber mit möglichst wenig direktem Kontakt.
00:20:47: Vieles lässt sich schriftlich regeln per Mail oder über spezielle Elternapps.
00:20:52: dies dafür gibt zum Beispiel Co-Parently.
00:20:56: Das ist oft viel besser als der Versuch des Kontakts, der dann doch wieder im Streit umkippt.
00:21:02: Tipp vier – Schaft Vorhersieberkeit und Struktur.
00:21:06: Kinder in einer Trennung erleben dass ihre Welt gerade unsicher wird Und das Gegenmittel gegen Unsicherheit ist Vorherseberkeit.
00:21:14: Sorgt dafür, dass möglichst viel für die Kinder gleich bleibt.
00:21:18: dieselbe Schule, dieselben Freunde verlässliche Zeitpläne und wenn möglich Ähnliche Regeln in beiden Haushalten.
00:21:27: Genau diese Konstanz ist es, die nachweislich die negativen Effekte einer Trennung abruffert.
00:21:34: Ein ganz praktischer Tipp gerade für jüngere Kinder – ein sichtbarer Kalender an der Wand, der zeigt bei wem bin ich wann?
00:21:41: Wenn ein Kind sehen kann, wann es beim Mama und wenn mein Papa ist, nimmt ihm das schon viel Unsicherheit!
00:21:48: Tipp fünf Alle Gefühle dürfen da sein auch die unbequemen.
00:21:53: Wenn ein Kind wütend ist, traurig oder sich zurückzieht dann ist der erste Reflex oft das irgendwie schnell wegzumachen.
00:22:02: Bitte verstehe diesem Reflex!
00:22:04: Beschwichtige nicht zu schnell benennestert dessen die Gefühle des Kindes und halte sie mit aus.
00:22:11: ich sehe dass dich das gerade richtig traurigt macht.
00:22:14: Das ist total okay.
00:22:16: Ein Kind, das seine Gefühle zeigen darf verarbeitet die Trennung viel besser als eins.
00:22:20: Das lernt, dass man da jetzt bitte tapfer sein muss.
00:22:25: Gleichzeitig solltest du ein paar Warnsignale kennen bei denen es sinnvoll ist eine Fachperson dazu zu holen zum Beispiel einen anhaltender Leistungsabfall in der Schule starker Rückzug, dauerhafte Schlafprobleme ständige Kopf- oder Bauchschmerzen zum Beispiel, dass sie plötzlich wieder einnässen.
00:22:48: Das sind vielleicht Signale das dein Kind mehr Unterstützung braucht.
00:22:57: Dieser Punkt kommt mir bei Gesprächen über Trennung oft zu kurz.
00:23:01: Kinder lernen durch Nachahmung und das vor allem bei den Eltern.
00:23:05: Eine Trenning ist – so belasten Sie auch erst eben auch eine Gelegenheit, den Kindern sehr viel Wertvolles über Beziehungen Konflikte und Werte zu vermitteln oder auch eben nicht.
00:23:17: Das Kind sieht bei dir, wie du mit dieser persönlichen Krise umgehst und lernt daraus – im besten Fall erkennt es, dass man auch in Konflikten respektvoll mit Menschen umgehen kann und das Trennungen- und Neuanfänge manchmal zum Leben gehören.
00:23:33: Dass man daran wachsen kann und dass es immer weitergeht!
00:23:37: Nutzt diese Chance und seid euren Kindern gute Vorbilder.
00:23:41: In meinen Trenningsberatung ist das ein ganz wichtiger Ansatzpunkt für mich.
00:23:45: Und jetzt der letzte Tipp, und zwar zum Thema ein neuer Partner.
00:23:49: Aber diesen Thema sind viele Eltern leider oft viel zu schnell unterwegs.
00:23:54: Ein neuer Patner oder eine neue Partnerin sollte den Kindern erst dann vorgestellt werden wenn die Beziehung wirklich stabil ist – und wenn das Kind Zeit hatte, die Trennung selbst zu verarbeiten!
00:24:05: Für ein Kind es ist enorm verunsichernend, wenn kurz nach dem Auszug eines Elternteils schon jemand Neues am Frühstückstisch sitzt.
00:24:14: Das Kind braucht Zeit, sich in der neuen Situation einzurichten und erst mal zur Ruhe zu kommen.
00:24:20: Bitte gibt deinem Kind diese Zeit – auch wenn deine Neuliebe ihrem Platz fordert!
00:24:25: Wenn der neuer Partner der oder die Richtige ist, sollte sie oder er dafür Verständnis haben.
00:24:33: Zum Schluss möchte ich dich zu einer kleinen Coaching-Übung einladen.
00:24:36: Sie heißt Der Blick aus der Zukunft.
00:24:42: Vielleicht schließt du sogar die Augen und atmest einmal tief, ein... ...und wieder aus.
00:24:48: Und jetzt stell dir dein Kind vor!
00:24:50: Aber nicht so wie es heute ist sondern in zwanzig Jahren erwachsen.
00:24:55: Vielleicht so Ende Zwanzig Anfang Dreißig.
00:24:59: Dein Kind sitzt an einem Tisch vielleicht mit dem eigenen Partner oder ein paar Freunden.
00:25:04: Sie sprechen von früher Von der Trennung der Eltern Und jetzt hör genau hin.
00:25:10: Was erzählt dein Erwachsenskind von dieser Zeit?
00:25:14: Vielleicht hörst du eine Geschichte, die weh tut.
00:25:17: Dein Kind sagt Die Trennung meiner Eltern war schlimm für mich.
00:25:21: Meine Eltern haben sich ständig bekriegt und gestritten Und ich stand immer dazwischen Wie es mir dabei ging.
00:25:27: Haben sie nicht sehen wollen?
00:25:29: Oder Du hörst eine andere Geschichte.
00:25:32: Dein Erwachsenskind sagt Ja meine Eltern haben dich getrennt.
00:25:37: Schön war das für mich aber Sie haben das gut gemacht.
00:25:41: Ich habe mich nie entscheiden müssen, ich habe immer gewusst dass ich beide lieben darf.
00:25:46: Sie haben nie vor mir gestritten und nie schlecht über den anderen
00:25:49: geredet.".
00:25:50: Und ehrlich?
00:25:52: Ich habe von ihnen gelernt das man auch eine Trennung mit Würde hinbekommt und eine Familie bleiben kann!
00:25:58: Wenn du gerade in einer Trennung steckst welche Geschichte soll dein Kind in zwanzig Jahren erzählen?
00:26:04: denn diese Geschichte schreibst Du genau jetzt.
00:26:08: Natürlich hast du nicht alles alleine in der Hand, aber deinen Teil in der Erzählung den bestimmst Du.
00:26:15: Mit jedem Satz über den anderen bei jeder Übergabe mit jedem Moment wo Du Dein Kind aus dem Konflikten heraushältst und mit einem achtsamen Blick auf Dein kind was es gerade fühlt und was es grade braucht auch wenn ihr schon getrennt seid und viele Dinge nicht ideal gelaufen sind.
00:26:35: macht dir keine Vorwürfe.
00:26:36: Du bist ein Mensch und gerade in Krisensituationen machen Menschen auch mal Fehler.
00:26:41: Aber es ist nie zu spät, der Erzählung der Zukunft noch ein paar gute Kapitel hinzuzufügen!
00:26:50: So du lieber Mensch da draußen – ich hoffe dass dir die Folge ein bisschen weitergeholfen hat.
00:26:55: Und wenn du Unterstützung bei deiner Trennung möchtest Egal ob alleine oder zur Zweit Schau gerne mal auf meiner Website www.diebeziehungsschmiede.de vorbei.
00:27:05: Der Link dazu steht auch in den Schornhuts.
00:27:07: Vielleicht sprechen wir uns ja dann bald mal persönlich!
00:27:10: Ich freue mich, alles Liebe Deine Sarah.
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