10 Mental Load von Müttern - Warum sieht niemand, wie viel ich trage?

Shownotes

“Ich habe das Gefühl, mein Kopf ist wie ein Browserfenster mit zwanzig offenen Tabs und ich kann keins davon schließen.” Warum fühlt sich Familienorganisation oft so belastend an?

Mental Load heißt das Phänomen, wenn eine Person (oft die Mutter) ständig alle Termine, Aufgaben und To-dos im Kopf jongliert – selbst wenn die Arbeit scheinbar fair geteilt ist. Diese verdeckte Last sorgt in vielen Beziehungen für Frust und das Gefühl, nie wirklich abschalten zu können.

In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, wie Mental Load entsteht, warum sie so ungleich verteilt ist und wie ihr gemeinsam wieder mehr Leichtigkeit in euren Familienalltag bringt.

Du erfährst:

  • was Mental Load eigentlich ist und warum sie so erschöpft
  • wie Mental Load und Workload sich unterscheiden
  • was aktuelle Studien zur Aufgabenverteilung im Haushalt zeigen
  • warum „Sag mir einfach, was ich machen soll!“ das Problem nicht löst
  • wie Glaubenssätze und Prägungen die Verteilung beeinflussen
  • eine Coaching-Anleitung für zu Hause, mit denen ihr Mental Load endlich sichtbar macht und fairer verteilt

Die Anleitung zum Aufgaben-Inventar findest du hier:

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Transkript anzeigen

00:00:03: Als meine drei Kinder klein waren, habe ich mal meinen Mann versucht zu erklären warum mich mich ständig erschöpft und gestresst fühlte.

00:00:21: Ich habe es ihm damals so beschrieben Weißt du?

00:00:25: Es kommt mir vor als hätte ich ein Browserfenster in meinem Kopf in dem mindestens zwanzig Taps gleichzeitig geöffnet sind Und keins davon kann ich umentschließen, weil nichts davon abgeschlossen ist.

00:00:37: Jedes dieser offenen Taps zieht mir Arbeitsspeicher aus meinem Kopf ab und das ist wahnsinnig erschöpfend und belastend!

00:00:44: Jedes der Taps waren eigentlich kleine Dinge wie Kindergeburtstag organisieren neue Schuhe kaufen Kieferotopäde anrufen Friseurtermin machen Fußballfahrten Reifen beim Auto wechseln Müllton rausstellen usw.

00:01:02: Aber in der Summe lagen sie mir wie eine bleiernde Last auf meinen Schultern.

00:01:07: Damals hatte ich nur die Metapher mit den Browser-Tubs, um diese alltägliche Belastung für mich in Worte zu fassen.

00:01:14: Heute gibt es dafür einen Fachbegriff – mental load.

00:01:18: Mental Load bedeutet nicht viele Dinge zu tun, das ist die sogenannte Workload.

00:01:24: Mental load bedeutet an viele Dinge gleichzeitig zu denken.

00:01:29: Workload ist die sichtbare, ausführende Arbeit.

00:01:33: Die Wäsche waschen kochen, Kind zur Kita fahren einkaufen.

00:01:37: Man kann sie sehen.

00:01:38: Sie hat einen Anfang und ein Ende Und sie lässt sich relativ leicht aufteilen.

00:01:43: Du machst heute die Küche Ich bringe die Kinder ins Bett.

00:01:47: Mental Load dagegen ist die unsichtbare Denk- und Organisationsarbeit dahinter.

00:01:53: Sie hat kein sichtbares Ende und läuft ständig im Hintergrund mit wie meine offenen Browsertubs.

00:02:00: Junge Elternpaare kommen oft genau mit diesen Problemen in die Paartherapie.

00:02:05: Die Workload wirkt fair geteilt, während die Mental-Load aber unsichtbar bei einer Person hängen bleibt – meistens an der Mutter.

00:02:14: Und das führt sehr häufig zu Frust und Unzufriedenheit vor allem dann wenn die Mutter selbst berufstätig ist.

00:02:21: Sag mir doch einfach was ich machen soll höre ich dann oft von den Vätern Dieses Liebgemeinterangebot nimmt zwar Workload ab, aber nicht Mentalload.

00:02:29: Denn das Delegieren von Teilaufgaben schließt oft nicht den gesamten Aufgabentap im Kopf!

00:02:35: Als Beispiel Den Müll rausbringen – Das kann man delegieren Aber kontinuierlich daran zu denken Wann die Mülltonnen an die Straße gestellt werden müssen Checken ob die Müllbeutel aus sind und Erinnern dass Neue gekauft werden müssen Das ist die Mentalload dahinter.

00:02:52: Wie man als Paar konkret dieses Problem angehen kann, das erfahrt ihr nachher noch ausführlich in den Coaching-Tipps.

00:02:59: Vorher möchte ich noch einmal kurz einen Blick in die noch sehr junge Forschung zum Thema Mentaload werfen – denn die bestätigt vor allem eins!

00:03:07: Die erschütternd ungleiche Geschlechterverteilungen.

00:03:13: Die Soziologin Alison Daminger von der USA hat sehr umfänglich zu diesem Thema geforscht.

00:03:19: Sie untersuchte vor allem Mentaloads in Familien und spricht in ihren Artikeln dazu etwas spezifischer von Cognitive Household Labour, in Deutsch Kognitive Hausarbeit.

00:03:32: Alison Demminger identifizierte bei der kognitiven Hausarbeit vier Schritte.

00:03:36: diese sind Antizipieren also einen Bedarf kommen sehen bevor er da ist.

00:03:42: zum Beispiel unser Kind ist jetzt bald drei Jahre alt Und wir brauchen einen Kitaplatz.

00:03:49: Der zweite Schritt identifizieren oder Optionen recherchieren.

00:03:54: Also welche Kitas kommen in Frage, wie sind die Bewerbungsfristen?

00:03:58: Wann sind die Infoabende und so weiter.

00:04:01: Dann drittens entscheiden Für welche Kita entscheiden wir uns bzw wo bewerben wir uns?

00:04:08: Und viertens überwachen.

00:04:09: das alles klappt.

00:04:10: Das bedeutet Mails checken Anmeldefristen einhalten usw.

00:04:15: In ihren zahlreichen Interviews mit Paaren hat Deminger etwas Interessantes herausgefunden Das Antizipieren und das Überwachen, also den Ersten- und Den Letzten der vier Schritte übernehmen Frauen fast immer allein.

00:04:29: Nur des Entscheidens passiert häufig gemeinsam.

00:04:32: Und genau das macht die Mental Load so unsichtbar!

00:04:35: Denn der Teil, den man sieht – lass uns gemeinsam entscheiden in welcher Kita unser Kind geht – der wirkt geteilt.

00:04:43: Aber die eigentliche Dauerarbeit im Kopf, da ständige Vorausdenken und Überwachsen bleibt bei der Frau.

00:04:50: Der Mann erlebt, wir machen das doch zusammen.

00:04:53: Die Frau erlebt – ich habe die ganze Zeit alles im Kopf!

00:04:58: Beide haben aus ihrer Sicht recht und trotzdem reden sie komplett aneinander

00:05:02: vorbei.".

00:05:04: Jetzt möchtest du vielleicht wissen ist die kognitive Hausarbeit wirklich so unleich verteilt?

00:05:09: Dazu gibt es ganz aktuelle Zahlen aus einer Studie der University of Southern California aus dem Jahr Darin wurden über dreihundert Mütter kleiner Kinder zu typischen Haushaltsaufgaben befragt und das Ergebnis ist ziemlich eindeutig.

00:05:25: Müttern tragen im Schnitt seventy-dreien Prozent der kognitiven Arbeit, also seventy drei Prozent des verantwortlichen Mitdenkens im Haushalt und der Familie erledigen die Frauen.

00:05:38: Beim Ausführen dem Tun ist die Lücke kleiner.

00:05:42: da tragen die Mütte nur in Anführungsstrichen.

00:05:47: Männer helfen also praktisch im Haushalt mit.

00:05:50: Die Kopfarbeit, die Mental-Load liegt aber nachweislich fast komplett bei den Frauen.

00:05:57: Helfen ist etwas anderes als zuständig sein – ein Mann kann ganz viel helfen und trotzdem trägt die Frau den Löwenanteil der Verantwortung.

00:06:07: Weil das Ausführen auf Ansage nach dem Motto Sagt mir was ich machen soll eben nicht dasselbe ist, wie das zuständig sein – also selbst mitzudenken.

00:06:17: Deshalb beklagen sich ja auch viele Frauen in die Richtung.

00:06:21: Ich muss an alles denken und dann noch daran denken es ihm zu sagen.

00:06:26: Und was jetzt neben der ungleichen Verteilung der Mental-Lot noch hinzukommt und bei Paaren richtig oft für Zündstoff sorgt, ist eine Art Wahrnehmungslücke.

00:06:35: Es gibt deutsche Daten der Hans Böckler Stiftungen aus Sechsundsechzig Prozent der befragten Männer empfanden die Kehrarbeit in ihrer eigenen Familie als gerecht, aufgeteilt.

00:06:48: Aber nur vierunddreißig Prozent der befragten Frauen sahen das genauso!

00:06:53: Hier kommt wieder dieser Gap zwischen Mental und Workload ans Licht.

00:06:57: Für viele Männer ist diese Belastung einfach unsichtbar.

00:07:01: An dieser Stelle ist mir ganz wichtig zu sagen Das ist kein böser Wille der Männer Und es ist auch wichtig zu betonen, dass es natürlich in der Realität auch alleinerziehende Männer oder Männer in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt die genauso wie Frauen die meiste Mental-Load tragen.

00:07:18: Aber wir reden ja hier über Statistiken und diese Statistik bilden ein strukturelles Problem in unserer Gesellschaft ab.

00:07:25: Wer die unsichtbare Arbeit nicht selbst leistet, der sieht sie schlicht nicht!

00:07:30: Man kann nur schätzen, wie viel da im Kopf des anderen läuft und man unterschätzt es massiv.

00:07:37: In einer Partnerschaft erleben dann beide ihre eigene Realität als die wahre, und deshalb fühlt sich am Ende jeder ungesehen- und ungerecht behandelt.

00:07:46: Sie denkt – er sieht nicht was ich alles trage!

00:07:50: Er denkt – Ich helfe doch total viel, und es reicht ihr trotzdem

00:07:54: nie!".

00:07:55: Und deshalb ist es mir als Partherapeutin auch sehr wichtig, dieses Thema aus der Unsichtbarkeit in die Sichtbarkeit zu holen.

00:08:02: Damit wir darüber sprechen und gesellschaftlich hier etwas ändern können.

00:08:07: Einen Punkt müssen wir in diesem Zusammenhang aber auch noch dringend ansprechen!

00:08:12: Ich höre von Veta nicht selten – ich möchte mich ja gerne mehr um das Kind oder Kinder kümmern – aber meine Frau traut mir nicht zu, dass ich es richtig

00:08:22: mache.".

00:08:23: Frauen werden auch heute noch sehr früh dahingehend sozialisiert, dass sie diejenigen zu sein haben, die sich um andere beziehungsweise die Familie kümmern müssen.

00:08:32: Durch diese frühe Prägung entstehen bei sehr vielen Frauen Glaubenssätze wie zum Beispiel eine gute Mutter ist immer selber für ihre Kinder da oder eine gute mutter kümmert sich um alles.

00:08:44: Das kann so stark werden, dass die gute Mutter quasi zu einer Identität wird, die es den Frauen kaum erlaubt Verantwortung abzugeben.

00:08:54: Im schlimmsten Fall führt es manchmal dazu das Mütter aus tiefer Angst und Scham ihren Partnern sogar unbewusst Verantwortung vorenthalten!

00:09:03: Maternal Gatekeeping nennt sich dieses Phänomen.

00:09:07: Es entsteht aber natürlich nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Ängsten und Kontrollbedürfnissen von Frauen die massiv darauf geprägt wurden wie sie als Mutter gefälligst zu sein haben.

00:09:19: Glaubenssätze der Männer wie zum Beispiel Sie kann das einfach besser.

00:09:23: deshalb lass ich ihr den Vortritt oder der Haushalt ist Ihr Bereich, da möchte ich ihr nicht reinwurschen.

00:09:29: Sind hier die Kehrseite der Medaille und verfestigen diese Geschlechterbilder noch zusätzlich?

00:09:35: Deshalb wenn wir Mütter wirklich unsere Mantelode verringern wollen dann müssen wir unbedingt unseren Glaubenssitzenter fragen und bereit sein die Verantwortung wirklich mit unseren Partnern zu teilen selbst dann wenn er es anders macht als wir es tun würden.

00:09:51: Wenn wir abgeben, tun wir der Familie und uns selbst Gutes.

00:09:55: Gerade Mütter die von Kleinen auf gelernt haben für alles in der Familie verantwortlich sein zu müssen merken oft gar nicht dass ihnen die Mentalode zu viel wird und teilen sich auch aus Scham niemandem mit.

00:10:07: sie funktionieren oft so lange weiter bis ein Burnout oder eine Depression Ihnen ihre Grenzen sehr schmerzhaft aufgezeigt.

00:10:15: Auch die Beziehungszufriedenheit ist in Partnerschaft mit ungleich verteilter Mental-Load deutlich niedriger und die Erfahrungen mit den Paaren in meiner Praxis bestätigen mir das.

00:10:25: Was kann man als Paar also konkret machen, wenn man die Mental-load gerechter verteilen möchte?

00:10:30: Das verrate ich euch jetzt in meinen Coaching Tips.

00:10:36: Kurzer Disclaimer Meine Coaching Tipps richten sich an psychisch gesunde Menschen – wenn es dir nicht gut geht!

00:10:43: Du dich niedergeschlagen und erschöpft fühlst, und da nicht mehr alleine rauskommst, such dir bitte professionelle Unterstützung.

00:10:50: Ständige Überlastung kann auch bemytern zu einer Depression oder einem Burnout führen – das habe ich ja schon erwähnt!

00:10:56: Entsprechende Hilfsangebote findest du in den Show-Notes.

00:11:01: In der Paartherapie bearbeite ich Mental Load auf zwei Ebenen….

00:11:05: …und zwar in einer ganz bestimmten Reihenfolge.

00:11:08: Zuerst kommt die emotionale Ebene.

00:11:10: Die Mutter muss sich in der Überlastung gesehen und anerkannt fühlen, mit all ihren Ängsten und Gedanken.

00:11:18: Und erst dann kommt die strukturelle Ebene auf der die Aufgaben tatsächlich neu verteilt werden.

00:11:24: Der häufigste Fehler den Paare machen ist dass sie sofort in den Lösungsmodus springen.

00:11:30: Dass er zum Beispiel sagt ok dann mache ich ab jetzt die Wäsche und das Einkaufen.

00:11:35: aber wenn sich die überlastete Personen vorher nicht wirklich gehört gefühlt hat Dann wirkt jede organisatorische Lösung wie zusätzlicher Stress für sie.

00:11:44: Deshalb, ersten Menschen in seiner Überlastung sehen und wertschätzen – alle Bedenken hören und dann erst umverteilen!

00:11:53: Fangen wir also mit der emotionalen Ebene an, mit dem gesehen werden.

00:11:57: Wenn ihr das zu Hause machen wollt, bietet sich dafür eines meiner Lieblingstools aus der Partherapie an.

00:12:03: Das sogenannte stressreduzierende Gespräch.

00:12:07: Die Idee dahinter ist ganz einfach.

00:12:10: Nehmt euch, wenn möglich täglich, zwanzig Minuten Zeit in denen eine Person zehn Minuten über ihren persönlichen Stress spricht und die andere einfach nur zuhört.

00:12:21: Danach wird gewechselt – und für die zuhörende Personen gelten diese Regeln.

00:12:27: Echtes Interesse zeigen?

00:12:29: Keine Lösungen anbieten Verständnis für die Gefühle zeigen Sich auf die Seite des Partners stellen und validieren, also das Erleben des anderen anerkennen.

00:12:41: Ganz streng verboten ist das Kleinreden – also Sätze wie «komm so schlimm es doch gar nicht».

00:12:47: Bei Mental Load ist das sehr hilfreich weil die überlastete Person hier endlich ihre unsichtbare Denkarbeit als ihren ganz persönlichen Stress schildern kann und gehört wird ohne dass sofort ein Plan darüber gelegt wird.

00:13:01: Und jetzt wenn diese emotionale Basis steht Wenn ihr euch gegenseitig ein Stück weit versteht und seht, dann – und erst dann wird mit ihr euch der strukturellen Ebene.

00:13:14: Und dabei gibt es einen Kerngedanken, der überallem steht Es geht nicht darum einzelne Teilaufgaben an den anderen abzugeben.

00:13:24: Es geht darum immer nur ganze Verantwortungsbereiche zu übertragen Denn wer nur ausführt, was der andere sagt, der nimmt die Mendelot ja gar nicht ab.

00:13:33: Im Gegenteil das Delegieren und Kontrollieren ist ja selbst schon die anstrengende Arbeit.

00:13:39: Wirkliche Umverteilung überträgt das Denken – nicht nur das Tun!

00:13:44: Und der allererste Schritt dahin ist, die unsichtbare Arbeit überhaupt erstmal sichtbar zu machen.

00:13:50: Das ist das sogenannte Aufgaben-Inventar und es ist wirklich der Türöffner für alles Weitere.

00:13:57: Übrigens, ihr müsst jetzt nicht mitschreiben.

00:13:59: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Aufgabeninventar verlinke ich euch in den Schornots.

00:14:04: Im ersten Schritt schreibt jeder für sich getrennt voneinander alle Aufgaben rund um die Familie auf, die man im Kopf hat oder erledigt – auch die allerkleinsten unsichtbarsten!

00:14:17: Daran denken, dass die Sportsachen gewaschen werden, Vorsorgetermine am Blick haben, Geschenke besorgen und gucken ob noch genug Vorräte da sind.

00:14:26: Diese Liste kann sehr lang werden und eventuell musst du mehrmals Dinge ergänzen.

00:14:31: Danach oder auch gerne währenddessen sortierst du die einzelnen Dinge nach Aufgaben – Bäsche, Einkaufen, Kleidung, Kindergarten, Schule, Garten, Arztbesuche, Auto, Kochen, Müll, Haustier etc.

00:14:46: Jetzt setzt ihr euch beide mit euren Listen zusammen!

00:14:50: In der Praxis schreibe ich jede Aufgabe auf eine Modrationskarte.

00:14:54: Ihr könnt aber auch Karteikarten oder einfach Zettel nehmen, oder wer es digital mag erstellt ganz einfach einer Exzelliste.

00:15:01: Ihr zerlegt jede Aufgabe in drei Stufen – vorausdenken, planen und ausführen Und dann tragt ihr für jede Aufgabe getrennt ein, wer welche Stufe momentan übernimmt.

00:15:14: Und ich verspreche dir, in dem Moment wo das auf dem Papier steht seht ihr beide zum ersten Mal schwarz auf Fahre ist dass die eigentliche Last meistens im Vorausdenken und Plan liegt auch wenn das Ausführen scheinbar geteilt ist.

00:15:29: Bei der Aufgabe Arztbesuche zum Beispiel ausführen also hinfahren macht vielleicht auch mal eher.

00:15:35: Aber bemerken, dass eine Vorsorge fällig ist.

00:15:38: Einen Termin ausmachen.

00:15:40: Den Impfpass raussuchen.

00:15:42: Daran denken was man den Arzt noch fragen wollte – das läuft meistens alles bei ihr!

00:15:48: Und jetzt ganz wichtig bevor gleich umverteilt wird.

00:15:52: Lest euch erstmal die Aufgabenverteilung gegenseitig laut vor.

00:15:57: Nicht sofort diskutieren wer etwas übernimmt sondern erst mal nur vorlesen und zuhören Denn genau in diesem Moment wird die unsichtbare Last der Mental Load erstmals sichtbar.

00:16:08: Wenn ihr mit Zetteln oder Karten arbeitet, könnt ihr auch alle Karten für die die Person die Verantwortung trägt vor ihr ausbreiten.

00:16:16: In der Ex-Liste könntet ihr die Zeilen farbig markieren – schon allein die Visualisierung der Verantwortlichkeiten löst meistens spontane Überraschung und Anerkennungen aus nach dem Motto Mensch.

00:16:28: das habe ich ja gar nicht gesehen oft sogar bei der Mutter selbst.

00:16:33: Das sichtbar machende Mental-Load ist ein ganz wichtiger Schritt und auch ein Baustein des gesehenwerdens.

00:16:39: Erst jetzt macht es Sinn, über die Neuverteilung der Aufgaben zu sprechen.

00:16:44: Dabei sind zwei Regeln entscheidend – erstens Wer eine Aufgabe übernimmt, übernimm alle drei Stufen.

00:16:53: Vorausdenken Planen ausführen Nicht nur das Ausführen auf Zuruf.

00:16:58: Wenn er die Aufgabe Kindergarten übernimmt, dann heißt es Er denkt an die Elternabende.

00:17:04: Er merkt sich wann Laternen fest ist.

00:17:07: Er organisiert für Fasching das Kostüm – komplett!

00:17:10: Und die zweite Regel, die so viel Streit vermeidet legt gemeinsam einen Mindeststandard fest, wann eine Aufgabe als erledigt gilt.

00:17:21: Also Wann gilt die Küche als aufgeräumt?

00:17:24: Und wann gilt das Frühstück für die Kinder als gesund?

00:17:27: Das verhindert, dass ständig nachkontrolliert wird.

00:17:31: Und was auch noch wichtig ist – es geht bei der Verteilung nicht um FIFTY-FIFTY sondern lediglich um eine Aufteilung mit der sich beide gesehen und gerecht behandelt fühlen.

00:17:43: Und weil Familien-, Menschen- und Aufgaben sie ständig verändern führt eine kurze wöchentliche Familienkonferenz ein Ein fester Termin vielleicht Sonntagabend, zwanzig Minuten.

00:17:55: Da klärt ihr – wer macht diese Woche was?

00:17:58: Was ist wichtig?

00:17:59: Was darf auch mal liegen

00:18:00: bleiben?!

00:18:01: Wenn die Kinder größer werden können sie nach und nach eigene Aufgaben übernehmen!

00:18:06: Der feste Termin nimmt das ständige Aushandeln aus dem Alltag raus und verhindert dass eine Person zum – ich nenne das mal Backup-Gehören der ganzen Familie wird – und nutzt geteilte Systeme Ein gemeinsames Familienkalender, in dem alle Termine stehen.

00:18:24: Klar zugeordnete Bereiche.

00:18:26: Das Ziel ist dass die Informationen im System liegen und nicht im Kopf einer einzelnen Person.

00:18:33: So muss niemand mehr die lebende Erinnerungsliste für alle anderen sein.

00:18:38: Und wenn euch das Abgeben von Verantwortung schwer fällt überprüft bitte ehrlich ob euch Sätze wie eine gute Mutter denkt eben an alles oder Die Kinder wollen, dass die Mama das macht.

00:18:51: Oder?

00:18:52: Er kann das mit den Kindern eben nicht so gut wie ich in den Sinn kommen!

00:18:56: Solche Glaubenssätze sind wirklich fies weil sie von zwei Seiten wirken Sie verhindern Dass die Frau wirklich loslässt und sie halten den Mann in der Zuschauerrolle.

00:19:08: Es lohnt sich wirklich mal ehrlich hinzuschauen.

00:19:10: Woher habe ich eigentlich diese Glauben Sätze?

00:19:13: Wer sagt denn das?

00:19:15: Und stimmen die denn überhaupt?

00:19:17: Denn, wie schon gesagt manchmal halten wir an der Zuständigkeit auch fest weil sie uns ein Gefühl von Wert und Kontrolle gibt.

00:19:25: Und das darf man sich eingestehen ohne sich dafür zu verurteilen.

00:19:30: Bevor ich zum Schluss komme möchte ich dir noch eine kleine Coaching Geschichte mitgeben.

00:19:35: Stell dir vor alle Menschen tragen einen unsichtbaren Rucksack auf ihrem Rücken.

00:19:40: Niemand kann ihn sehen Noch nicht einmal die Menschen selber.

00:19:44: Eine Mutter legt jeden Tag ihre zahlreichen unerledigten Aufgaben wie kleine Kieselsteine in diesen Rucksack hinein, damit sie sie nicht vergisst.

00:19:54: Ein Kiesl – dran denken das Milch alle ist Noch ein Kieseln.

00:19:59: der Zahnarztermin Ein weiterer Das Geschenk für den Kindergeburtstag Noch ein weiterer.

00:20:06: Die Gummistiefel sind zu klein.

00:20:08: Kleine Steine jeder Für sich fieder leicht Aber in der Summe gewinnen sie immer mehr an Gewicht.

00:20:15: und weil nach dem ersten Kind vielleicht noch ein zweites oder ein drittes dazu kommt, werden auch die kleinen Steine immer mehr.

00:20:22: Denn die Kleinkinder können selbst noch nichts davon selber tragen!

00:20:26: Und die Mutter kann den Rucksack nie absetzen – sie trägt ihn den ganzen Tag, auch am Wochenende und im Urlaub.

00:20:34: Ihr Mann bemerkt dass sie immer müder, schwärter und langsamer wird aber er sieht die Steine nicht.

00:20:40: Er sieht den Rucksack nicht, er sieht nur dass sie irgendwann keine Kraft mehr hat und versteht nicht warum.

00:20:47: Und dann eines Tages bemerkt die Mutter den schweren Rucksacks und macht ihn auf.

00:20:52: Zum ersten Mal legt sie alle Steine nebeneinander auf den Tisch und ihr Mann steht daneben und wird ganz still weil er plötzlich sieht wie viele es sind.

00:21:02: das hast du alles alleine getragen fragt er.

00:21:05: und in diesem Moment kann er anfangen auch ein paar Steine in seinen eigenen Rucksack zu legen.

00:21:12: Das ist für mich das ganze Thema in einem Bild, der Weg raus aus der Mental Load fängt nicht damit an dass du ihm ab und zu ein Steinchen zuwürst.

00:21:22: er fängt damit an, dass alle Steine auf den Tisch kommen, dass die unsichtbare Last sichtbar wird Denn was niemand sieht kann auch niemand mit dir teilen.

00:21:34: Und deshalb liebe Mütter und Väter da draußen die sich gerade wiedererkannt haben Es geht nicht darum, noch organisierter und durchgeplanter und effizienter zu werden damit man noch stärker wird um mehr Steine tragen kann.

00:21:47: Es geht darum die Erschöpfung einzurestehen den Rucksack abzusetzen und zu zeigen was drin ist.

00:21:54: Das ist keine Schwäche das ist der Anfang von wirkliche Gleichberechtigung in der Familie.

00:22:00: So du lieber Mensch da draußen, ich hoffe diese Folge hilft euch eure Mental-Load gerechter zu verteilen damit eure Beziehung als Eltern glücklich und zufrieden bleiben kann.

00:22:10: Wenn nicht lasst euch helfen!

00:22:13: Mehr dazu in den Joe Notes.

00:22:15: Ach und weil auch ich mittlerweile meine Mental und Workload gut im Blick habe mache ich eine kurze Sommerpodcast Pause.

00:22:23: die nächste Folge kommt dann erst in vier Wochen.

00:22:27: einen entspannten Sommer wünscht euch Eure Sarah.

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